Interview mit Tim Gössler in Textform
In der am 14. Oktober 2026 veröffentlichten Folge 181 von Miauz Genau! ist der Hörbuch- und Synchronsprecher Tim Gössler zu Gast. Pokémon Fans kennen ihn unter anderem als Stimme von Professor Eich aus den „Geschichten eines Champions“ Hörspielen des Podcasts. Mittlerweile ist er auch in den offiziellen Pokémon Tonie-Hörspielen zu hören. Im Interview „Professor Eich und das Schnecken-Alien“ spricht Dominik mit ihm über seinen beruflichen Werdegang, seine Anfänge als leidenschaftlicher Hörspielfan und seinen Weg zum professionellen Sprecher. Dabei erzählt Tim, wie die Zusammenarbeit mit Miauz Genau! ursprünglich zustande kam und welche Erfahrungen er bei den Aufnahmen für die Pokémon-Tonies gemacht hat. Darüber hinaus geht es um seine Arbeit als Sherlock Holmes, das Science-Fiction-Projekt „Rick Future“, kuriose Sprecherrollen und seine besondere Verbindung zu Stephen King.
Auf dieser Seite findest du das Gespräch als redaktionell aufbereitetes Transkript zum Nachlesen. Die Podcast-Episode bleibt die vollständige Originalfassung. Diese Textversion dient als ergänzende Möglichkeit, das Interview in Ruhe zu lesen, bestimmte Stellen wiederzufinden oder einzelne Aussagen leichter nachzuschlagen.
Da das Interview in Textform eine beachtliche Länge hat, ist es hier in einem Akkordeonelement eingeklappt.
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Dominik:
Der Grund, warum ich dich hier reingeholt habe für ein Interview ist, weil du fernab einer, ich sag mal, Pokémon Fan Connection natürlich jetzt auch mit den Tonies, mit dem Einsprechen von gewissen Rollen, ich glaube der Ansager im Stadion war das bei den Tonie-Figuren, wirklich auch echt mit Pokémon gearbeitet hast mit der offiziellen Marke und da dachte ich mir, Mensch, ey, es ist schon längst überfällig, dass ich dir meine eigene Folge widme, dir mein eigenes Interview widme, du als Urgestein des Podcasts. Es ist halt diese Tonie Geschichte ist halt eine relativ überschaubare, gerade wenn man sich mal die sonstigen Dinge hörbuchtechnisch etc. die du so ablieferst, wenn man die mal so vergleichend sich zu Gemüte führt. Aber das ist einfach ein schöner Anlass, um mal den Leuten da draußen die Welt von Tim Gössler zu zeigen bzw. Zu zeigen, wer ist dann eigentlich der Mensch, den wir seit Folge 1 als Professor Eich kennen. Und deswegen bin ich unfassbar dankbar, dass du dir jetzt hier die Zeit genommen hast für diesen kleinen Rundenflug im Mauzi-Ballon.
Tim Gössler:
Ja, ich finde das ganz toll und danke für das Interesse. ich finde das toll, dass du mich auch als Urgestein bezeichnest und so. Ich habe ja nur ich habe ja nur Sachen für dich aufgenommen. Ich habe ja gar nicht an dem Podcast so richtig doll mitgearbeitet, aber es ist toll bei Pokémon dabei zu sein und auch jetzt durch die Tonies irgendwie bei was Offiziellem und ja, das kam auch so ein bisschen unvermittelt, also nicht unbedingt so, dass da Leute den Podcast gehört hätten und dann gesagt haben: „Ey, das hat uns gut gefallen.“ So. Müssen wir doch irgendwie reinbringen, sondern das war über die das Hörspielstudio Lauscher Lounge. Die haben das produziert und da kam die Anfrage und die haben mich dann halt gefragt, hast du Lust? Ich weiß nicht, ob du Pokémon kennst und ich meinte ja, zufällig kenne ich das ganz gut und die haben da, glaube ich, gar nicht so sehr irgendwie die Connection gesehen oder so Leute gesucht, die damit zusammenhängen, aber es hat sich für mich so wie Faust aufs Auge angefühlt und da habe ich mich total drüber gefreut.
Dominik:
Bevor wir da reinkommen, und ich dich da ausfrage, wie die konkreten Aufnahmen abliefen, ob es da irgendwelche Besonderheiten gab, würde ich ganz gerne mal mit dir eine kleine Zeitreise wagen und mal wirklich zum, ich will es jetzt nicht salopp als Urschleim bezeichnen, aber so den Ur den Uranker deiner Profession, wenn man sich mal so über dein Schaffen informiert, das ist ja wirklich, ich habe ja, ich habe ja nicht schlecht gestaunt. Ich habe ja dich als eine Hörbuchperson, eine Hörbuchstimme sehr stark im Kopf, sprechertechnisch sehr, sehr weit gestreut, aber du hast ja auch generell, was Audio angeht, unfassbar viel auf dem Tisch bzw. Musiker, bist du Komponist, Sounddesigner, Produzent, ich glaube teilweise habe ich auch gelesen Autor, das ist ja wirklich ein riesengroßes Spektrum. Gleich steigen wir in die Zeitmaschine, aber aus einem reinen Neugier Faktor heraus mal kurz diese Mini Frage dazwischen geschoben. Wenn man dich mal naiv fragt, was du beruflich machst, was antwortest du? Was ist da was ist da der Kern? Gibt’s da ein Begriff, den du bevorzugst?
Tim Gössler:
aktuell würde ich wahrscheinlich wirklich sagen, Sprecher für Hörbücher und für Synchron und so, weil ich das Vollzeit mache. Aber du hast schon gesagt, es gab so eine so eine Reise dahin und die hat gar nicht von Anfang an unbedingt dahin gedeutet, dass ich jetzt professioneller Sprecher werde, sondern es war etwas, was ich schon immer sehr gerne gemacht habe und da habe ich sowieso großes Glück, weil alles, was ich so beruflich machen konnte, hatte damit zu tun, was ich schon von Kindesbeinen an gerne gemacht habe. Und vor allen Dingen war das erstmal Musik, dass ich quasi Klavier gespielt habe, Schlagzeug gespielt habe, in Orchestern war, Jugendorchestern und so und dann deutete alles darauf hin, dass ich eigentlich Musiklehrer werde und auch Schlagzeugunterricht gegeben habe über 10 Jahre. das war auch toll, aber dann hat sich dieses Sprechen von der Seite so immer mehr reingeschlichen und ohne, dass ich das so forciert hätte, sondern ich habe einfach irgendwie Chancen bekommen und die wahrgenommen, hat sich das so als der tatsächlich erfolgversprechende Weg in ein erstmal Hobby, was dann zum Beruf werden könnte erwiesen. Und ich habe das, wie gesagt, schon lange gemacht, aber ich habe keine Schauspielausbildung und habe das mir alles sozusagen selber angeeignet. Deswegen bin ich ein Glückskind, würde ich sagen. Das war schon ganz toll, dass ich das jetzt so machen darf.
Dominik:
Magst du uns mal da in die Zeitmaschine reinpacken? Du hast jetzt schon verschiedene Eckpfeile erwähnt. Wie kann man da einen roten Faden ziehen? Magst du diesen Faden mal spannen und uns mal da entlang führen?
Tim Gössler:
Ja, also ich glaube, wenn man es auf den Punkt bringen will, mache ich jetzt das, was ich schon mit 6 Jahren immer gemacht habe, nämlich mich irgendwie eingeschlossen und dann damals habe ich noch auf dem Kassettenrecorder aufgenommen und habe irgendwie gedacht, die Hörspiele und Hörbücher, die ich so gehört habe, sowas will ich auch machen. Habe die dann einfach eingesprochen, zum Beispiel Sowas wie Harry Potter oder sowas habe ich dann für die Familie aufgenommen, weil ich da Meinung war, das brauchen die unbedingt. und dann habe ich das quasi aufgenommen und ja, da kam ja jetzt nicht mehr Resonanz außer von der Familie. Ich habe das nicht nach außen gegeben, aber trotzdem dieses Sprechen vom Mikrofon war für mich etwas, was ich immer so gesucht habe und was mir auch Spaß gemacht hat. Und die Musik war quasi so, dass da haben meine Eltern mich früh gefördert, dass ich das machen konnte, dass ich Musikunterricht bekommen habe. Und das habe ich während der Schulzeit einfach immer weiter verfolgt und ja, hatte da auch ein Talent für, so dass ich dann auch Lehrer hatte, die gesagt haben, das es lohnt sich, das weiterzumachen und dann vielleicht auch Lehrer zu werden, vielleicht mal und bin auch vom Studium her an der UDK in die Richtung gegangen, also Musik auf Lehramt. aber ja, ich habe dann über das Internet, was dann auch irgendwann kam, mit 16 mich dann noch mal angemeldet bei so einem Forum Hörspielprojekt.de heißt das. Okay. Und da sind quasi Hörspielbegeisterte, die sich dann einfach ausgetauscht haben. Und damals gab es zwar auch schon Technik, aber die war jetzt nicht so ausgereift wie heute, wo jeder in Studioqualität zu Hause eigentlich aufnehmen kann. Damals waren das eher so Krüppelmikrofone und irgendwelche Kopfhörer, die so nach wir treffen uns mal bei Zoom und alle keine Ahnung, so dieser Art von Qualität, aber das hat dem gar keinen Abbruch getan. Alle hatten irgendwie Spaß da dran und haben sich Geschichten ausgedacht und haben das dann aufgenommen und darüber bin ich dann mit Leuten in Verbindung gekommen, die dann gesagt haben: „Ey, du machst das ganz gut.“ Also, wenn ich mir Sachen von damals anhöre, finde ich das ganz scheußlich, aber das ist, glaube ich, normal. aber die haben da irgendwas gesehen, so dass ich erste Chancen bekommen habe und dann auch über das Projekt Rick Future, wo ich mittlerweile Audioproduzent bin und auch die Hörspiele produziere, habe ich da so erste kleine Rollen bekommen und durfte dann irgendwann für die Hörspielserie ja auch den Soundtrack komponieren und so und ja, also Komposition hast du auch schon angesprochen, ist auch noch so ein Punkt in meinem Leben. das war nämlich auch so quasi eigentlich eher so als Plan B gedacht oder als zweites Ziel, wenn ich so das Lehrer am Studium geschafft habe, wollte ich noch ein Filmmusikstudium oben drauf setzen und ah okay in diese Richtung gehen und habe auch für kleine Studentenfilme und so schon Musik gemacht und das ist auch immer noch meine Welt, da fühle ich mich wohl, das höre ich quasi, um runterzukommen oder mich zu entspannen oder so. ich mag auch Popmusik und habe natürlich über Schlagzeug auch da viel Kontakt mit gehabt und so, aber irgendwie Filmmusik ist so mein Kern so da fühle ich mich wohl. Deswegen wollte ich das machen und ja, habe dann eben quasi trotzdem noch ein Fundament dafür gebraucht, weil man Filmmusik jetzt nicht einfach in Deutschland studieren kann als alleinstehendes Studium, sondern das ein Masterstudiengang und du brauchst ein Bachelor dafür. Deswegen Gedanke, man macht Musik auf Lehramt und dann quasi diesen Master so und da parallel kam dann aber über das Hörspielprojekt und über Rick Future und über Autoren, die mich dann gehört haben und so immer mehr Möglichkeiten. Und über diese ersten Referenzen habe ich dann mich mal beworben bei Hörspiel und Hörbuchstudios, die haben gesagt, wir erweitern jetzt unseren Sprecherkatalog. Wer möchte, kann sich gerne bewerben. Und da ich nun schon ein paar Aufnahmen gemacht hatte, die auch so auf einem professionelleren Niveau waren, konnte ich mich da bewerben und die haben mir dann Chancen gegeben und dann durfte ich für Audible sprechen, die ersten Hörbücher und dann habe ich gemerkt, das funktioniert richtig gut und ich kriege gutes Feedback und dann habe ich mich irgendwann entscheiden müssen, weil es einfach eine Zeitfrage war. Studiere ich jetzt weiter? Nehme ich mir dafür die Zeit, schreib arbeiten oder habe ich Spaß? und gehe einfach ins Studio und arbeite mit der Stimme. Und da ist mir dann irgendwie die Entscheidung nicht ganz leicht gefallen, aber sie hat sich dann so angefühlt, wie ich entscheide mich dafür für etwas, wo ich jeden Tag gerne aufstehe und wo mein Herz für brennen kann. Und das eigentlich war es umgekehrt gedacht. Ich mache den Sprecherteil immer so als Hobby und die Musik als Hauptberuf hat sich umgekehrt, dass ich jetzt eigentlich hauptberuflich Sprecher bin und damit mein Geld verdiene und nebenbei Zeit für Hörspiele und Musikkompositionen und so noch habe oder mir suchen muss. Aber das ist so mein Weg gewesen, so dass eigentlich das, was ich im Kinderzimmer gemacht habe, sich getragen hat bis heute und jetzt darf ich damit sogar Geld verdienen.
Dominik:
Also das hast du ja auch schon so ein bisschen skizziert, dass auch in den frühen Jahren, dass ich da schon so ein bisschen dieses Muster verschiedene Audiobereiche miteinander zu verbinden abzeichnet und ja, also Wahnsinn. Wah gibt’s denn so in dieser alten Phase, du hast eben eins genannt, wie hieß es? Rick Future.
Tim Gössler:
Genau, Rick Future gibt’s auch immer noch. Das ist eine Serie, die wurde erfunden von Sven Matthias. Der ist leider nicht mehr am Leben, der ist verstorben 2025, das war auch nicht so leicht, aber jetzt bin ich quasi derjenige, der das Ganze audiomäßig umsetzt. Und das gibt’s aber wie gesagt schon eine ganze Weile. 2008 hat das erfunden und ich bin 2011 dazuekommen und mittlerweile gibt’s schon 19 Folgen und ein paar extra Episoden und es gibt sogar Romane zu dieser Serie, die ich auch spreche und ein ganzes Rick Future Universum, was man erkennen und entdecken kann und genau deswegen ist das immer noch ein aktuelles Thema. aber auch so eine, wie du mit dem Pokémon Hörspiel dir Zeit nehmen musst, muss ich mir halt quasi für Rick Future auch immer Zeit nehmen und das produziere ich so, dass ich quasi für jede Szene eine hoffentlich möglichst kinoerlebnismäßige Musik schreibe mit Orchester und allem Drum und Dran. Ja, großartig. Das macht Spaß, aber das ist halt auch so ein Zeitfresser und deswegen geht es verhältnismäßig langsam voran, also aktuell ungefähr eine Folge pro Jahr nur. aber das macht mir unheimlich viel Spaß und das ist so ein Herzensprojekt, was mich wie gesagt auch seit 2011 auch begleitet.
Dominik:
Ist das so eine Art Spielwiese nebenbei oder wie kann man sich diese diesen aktuellen Hörspielbereich, jetzt springe ich so ein bisschen in der Chronologie, aber es passt gerade ganz gut, diesen Hörspielbereich mit Rick Future, wie kann man sich das vorstellen? Ist das wirklich, du sagst, du produzierst das, schreibst du das auch, bestimmst du die Stories, die Charaktere? Ist das wirklich so das Universum, was du da jetzt fortsetzt oder wie kann man sich das im konkreten vorstellen?
Tim Gössler:
Alles fußt auf der Welt von Sven Matthias und den ersten Hörspielideen und den Skripten, die auch geschrieben hat. Dann kam irgendwann 2010 Dan Rahmeier dazu, ist ein befreundeter Autor und der macht das auch immer noch. Also, der schreibt auch die Skripte und Romane und ich bin quasi, ich beteilige mich ein bisschen da dran, aber ich schreibe jetzt nicht ganze Folgen, sondern ich bin quasi bei der Story sehr involviert und wir sprechen viel miteinander und ich bin dann quasi eher für die Umsetzung und die Sprechercastings und Musik und so weiter, Geräusche zuständig und ja, die Hörbücher sind quasi auch dann einfach nur Umsetzungen von den Romanen und die Romane sind quasi auch noch eine Idee gewesen, Weil die Hörspiele ja quasi auch so ein bisschen langsamer vorangehen und wir dann begrenzte Zeit nur haben, die weiter zu erzählen. Wollten wir aber noch eine Möglichkeit haben, mehr Geschichten aus dem Rick Future Universum zu erzählen, wo wir jetzt nicht die Zeit haben, noch ein Hörspiel und noch ein Hörspiel zu produzieren. Das heißt, die Idee ist, dass es am Ende, jetzt gibt’s gerade sieben Romane von Rick Future, aber es sollen noch viel mehr geben. Es gibt zum Beispiel Ein Spinoff von einem Charakter, der heißt Garlin. Es gibt auch ein Jubiläumsbuch, da sind Kurzgeschichten drin und so weiter. Das soll aber alles noch mehr werden, sodass man quasi, wenn man keine Hörspiele mag, sich auch in die Romanwelt stürzen kann und dann da die Stories auch erleben kann und das ganze noch mal Spinoffs bekommen kann, Vorgeschichten, Prequels und so. Und da sind wir jetzt ein bisschen natürlich bei den Hörspielen zeitlich auch limitiert, was wir da machen können. Aber tatsächlich hat ja Sven Matthias auch den Rick Future gesprochen, also die Hauptrolle. Und weil er jetzt verstorben ist, werden wir die Serie schon noch zu Ende erzählen, aber wir wollen jetzt nicht mehr unheimlich viele neue Episoden machen, wo er einfach die Hauptrolle nicht mehr sprechen kann, sondern wir erzählen die Hauptstory zu Ende und der Rest wird in anderen Medien vielleicht weiter erzählt. M okay. Oh Gott, ich drück die Daumen. Ich drück die Daumen. Links, falls es euch da draußen interessiert und ihr mal reinhören wollt, werde ich in die Showotes reinpacken, werde ich verlinken.
Dominik:
Zurück zu 2011 war das, ich glaube 2011 hast du uns abgesetzt. Jetzt haben wir diesen kleinen Sprung ins hier und Jetzt gemacht, wo du wirklich ein Tausendsesser bist auf Audioebene, aber wie kann man sich so dein Tun 2011 und aufwärt zu vorstellen, Hattest du ein eigenes Studio? Wie du hattest die uraltenen Mikrofone erwähnt? Hast du inzwischen dann ein eigenes Mikrofon gehabt? Wie sah es mit dem Schneiden aus? Hast du hast du dir ja Editing selbst beigebracht, Learning by Doing oder wie war so dein Weg da ab diesem Zeitpunkt?
Tim Gössler:
2011 war ich dann gerade mit der Schule fertig, hatte gerade Abi gemacht. Während der Schulzeit habe ich auch noch ein bisschen im Internet verbracht und da Sachen getan, aber ich habe dann quasi ab 2011 mir eine Soundkarte geholt und ein Kondensatormikrofon und softwareemäßig mich dann auf Apple festgelegt mit Logic. Das benutze ich heute auch immer noch. Und das kam daher, weil ich auch ein Praktikum gemacht habe bei Carsten Schmelzer. Das ist ein Komponist auch für Filmmusik und der hat gesagt, ich darf da bei ihm Praktikum machen. Der hat mir dann alles gezeigt, so wie er das macht und ich habe mehr oder weniger sein Setup übernommen und dann quasi eigentlich mich wie gesagt in diese Filmmusikrichtung entwickelt. Das heißt, ich habe mir einen Rechner, der das konnte, langsam zugelegt und dann noch und nöcher Soundbibliotheken gekauft. Also Instrumente, die man dann virtuell ansteuern kann über ein Keyboard, was an den Rechner angeschlossen ist. Und dann habe ich quasi Stunden verbracht um Stunden und Tage und Monate und habe Musik gemacht über den Rechner zu Hörspielen. auch einfach nur so oder auch manchmal zu Filmen, die dann über Studenten kam und das wurde über die Zeit dann halt immer ein bisschen besser und ausgefeilter und professioneller. Es könnte immer noch viel besser und professioneller sein, weil ich bin ja jetzt kein fertiger Filmkomponist und wenn man jetzt sowas auf dem Niveau machen möchte wie Hans Zimmer, schafft man das eh nicht alleine. Also da braucht man dann eine ganze Crew, die einem hilft und so, gerade wenn man ein Orchester in echt aufnehmen will und so. Aber das habe ich quasi gemacht und ja, weil sowieso Mikrofone, die ich ja brauchte, um Instrumente aufzunehmen, da waren, habe ich ja auch direkt Spracher mitnehmen können. Und Hörspiele waren sowieso immer ein Thema, habe ich auch gesagt. Deswegen entwickelte sich das alles so immer weiter und die Tools, die ich bekommen habe, sind mit der Zeit besser geworden, weil die erschwinglicher wurden und so. Und ja, deswegen habe ich dann sowieso auch geschnitten und bearbeitet und so alles, was ich quasi dafür brauchte, um mein Ziel zu erreichen, habe ich versucht mir anzueignen über Learning by Doing oder über YouTube Videos oder eben ein Praktikum in dem Filmmusikstudio und so kam ich quasi immer weiter dazu.
Dominik:
Kann sein, dass ich das jetzt hier falsch mir rausgesucht habe, aber also korrigiere mich gerne. Früher oder vielleicht sogar der früheste Sprechercredit, den ich von dir gefunden habe, der fällt genau in diese Zeit und das war The Book of Unwritten Tales. Stimmt das bzw. Ist es vielleicht sogar der früheste und wie kam es dazu?
Tim Gössler:
Ja, das kam auch über das Hörspielprojekt. Okay, weil ein toller Sprecher, Kollege Marco Rosenberg heißt der, der spricht auch ganz viele Anime Saachen, aber auch Realfilm, ist vor allen Dingen auch synchron Regisseur geworden und der war damals noch bei der Firma, die dieses Spiel produziert hat, aber auch in dem Forum aktiv, weil er halt das einfach geil fand zu sprechen und Hörspiele und so weiter und der hat dann gesagt, wir machen gerade Sprachaufnahmen, wir brauchen auch noch so ein paar kleine Rollen. Habt ihr Bock, ihr könnt euch bewerben und dann habe ich da halt auch einfach Aufnahmen hingeschickt und habe gedacht, vielleicht wird es ja was und dann wurde das auch genommen. Also ist jetzt keine Riesenrolle, aber das wurde dann ins Spiel eingebaut und es bis heute dort zu hören und das habe ich natürlich dann ganz stolz auch irgendwie festgehalten und habe gesagt, hier in dem Spiel bin ich wirklich dabei, ist es nicht cool? Ja, glaube ich dir. Und ja, genau. Das ist so der erste richtige Spiele Credit, ohne dass ich da jetzt eingeladen wurde zu denen ins Studio, sondern ich habe das zu Hause aufgenommen und die haben das dann eingebaut.
Dominik:
Wie ging es dann weiter? Also, gab es denn direkt auch noch weitere Sprechererlebnisse, Castings? Ich meine, keine Ahnung, 2011 als Jahr oder so generell die Zeit 2010, 2011, 2012, das ist ja, das hört sich an wirklich wie so ein so ein Knoten, wo wie so ein Schmelztiegel.
Tim Gössler:
Ja, also es war jetzt nicht so als wenn damit mit dieser einen Rolle dann plötzlich die Welt auf mich geschaut hätte und gesagt hätte: „Ey, der Tim Gössler, den müssen wir jetzt mal ordentlich irgendwie versorgen mit Sprecheraufträgen oder sondern es war eher so, dass ich quasi auch für Dan Rahmeier dann die ersten Hörbücher gesprochen habe. also wir erinnern uns, dass der Autor, der auch Rick Future schreibt, aber ist halt auch einfach Autor von Romanen und Büchern, die man anfassen kann. und der hat dann quasi mich daran gelassen und dann habe ich, das war 2014 oder so, dann eins dieser Castings bei einem Hamburger Label gemacht, die heißen Lausch. Also ist nicht die Lauscher Lounge, aber Lausch heißen die trotzdem so ähnlich. Lauschmedien in Hamburg und die haben eben als eins der Hörbuchstudios für Audible fungiert und haben da immer wieder neue Stimmen gesucht und da kam dann quasi ein Casting, wo sie mal für so ein romantisches Romantasy oder ich weiß gar nicht mehr, ich glaube, es war einfach nur ein romantisches Buch, haben sie ein eine jüngere Stimme gesucht und dann bin ich da tatsächlich hingefahren, habe mich vorgestellt und hatte dann ein schönes Casting und die waren alle super nett und dann kam dann nach und nach immer wieder so ein paar Sachen. Also im ersten Jahr dann quasi 2014 nach dem Casting kam vielleicht ein Buch. 2015 waren es dann schon drei oder so und dann ab 2016 wurde es immer mehr, bis es dann 2020 soweit war, dass ich da wirklich gesagt habe, okay, also ich kann wirklich auch nichts anderes mehr machen, wenn ich mich, also ich war dann wirklich jede Woche ein Buch und so ist es zum Glück bis heute auch geblieben und darüber freue ich mich sehr, aber das war so quasi der Hergang, dass es sich so tröpfchenweise immer wieder ergeben hat und dass dann Leute bitte einfach auf meine, ich habe jetzt auch nicht so wahnsinnig viele Bewerbungsmails geschrieben, aber wenn ich dann mal mich vorgestellt habe, habe ich auch Chancen bekommen. Da hatte ich großes Glück.
Dominik:
Hast du dann auf der Gegenseite gefühlt, dass in dieser Zeit diese anderen Dinge, die du ja auch abdeckst oder eigentlich abdeckst in den Hintergrund geraten sind und fandest du das vielleicht sogar schade, also mal ganz naiv gefragt von meiner Seite aus?
Tim Gössler:
Ich fand es am Anfang total toll, dass mein Alltag so vielseitig war. Also, da gab es natürlich das Schlagzeugunterrichten. Das war meistens, also ich habe auch mal irgendwie fünf Tage die Woche unterrichtet, aber irgendwann waren es dann nur noch zwei. Und das war dann quasi der Gegenpol zu dem in sich gekehrten im dunklen Studio sitzen und entweder auf einer Klaviertastatur rumdrücken oder mit dem Orchester unterwegs sein. Das war auch ganz toll. Da durfte ich über meinen damaligen Schlagzeuglehrer, der hat mich dann da reingebracht, durfte ich auch mit verschiedenen Orchestern spielen. Deutsches Symphonieorchester oder die Kammerakademie Potsdam. Und das war dann ganz toll. Dann sind wir irgendwie auch in die Elbphilharmonie gefahren und haben da irgendwelche Weihnachtskonzerte mit Katharina Thalbach gespielt. Es war super schön und war eine tolle Zeit und super abwechslungsreich. Und dann war quasi erstmal so diese ich bin auf ganz vielen Hochzeiten, ich darf ganz viel machen, toll, aber ich habe auch gemerkt, ich fühle mich nirgendwo so richtig fest drin. Also es war so, ich darf alles machen, aber eigentlich bin ich ja auch und ich bin ja auch noch das und so. Und ich habe gemerkt, als dann der Sprecheranteil immer größer wurde und ich dann das viel mehr gemacht habe, habe ich natürlich auch drüber nachgedacht. Also, ich habe auch noch mal in der Band gespielt, Ariance heißt die. und da habe ich dann Drum Drumset gespielt und wir haben auch ein Album rausgebracht, das war auch toll, aber da war’s dann schon wieder enger mit der Zeit und als ich gemerkt habe, ich muss mich auf eins fokussieren, das wird das Sprechen sein, hat sich es auch wie Ankommen angefühlt. Also da bin ich jetzt nicht jemand plötzlich, der sagt: „Ja, ich mache das und ich mache das und ich mache das, so dass ich eigentlich gar nichts bin und ganz vieles gleichzeitig.“ Und dann, obwohl man das nicht muss, man muss sich ja nicht definieren und festlegen, war dieses aha, ich mache das jetzt Vollzeit und ich bin jetzt Sprecher und ich darf das auch sagen, weil ich kriege Geld dafür. Fühlte sich auch so ein bisschen wie Ankommen und ein Zuhause an. Und ich fühle mich damit super wohl, dass ich jetzt das mache und deswegen sage ich auch immer, ich bin jetzt eher Sprecher, aber natürlich mache ich weiterhin Musik und so weiter. Das ist so eine so eine Frage. Eigentlich mache ich ganz viel, aber ich glaube, um es auf den Punkt zu bringen, ich fühle mich vor allen Dingen gerade jetzt als Sprecher und da sehr wohl.
Dominik:
Das hört man auch sehr raus. Ich nehme es mal exemplarisch Rick Future, aber wir können auch gerne irgendein anderes Projekt nehmen. Gibt es aus diesem Fundus an vielen Dingen, die du abdeckst, irgendwelche Elemente, irgendwelche Dinge, wo du sagst, okay, ich habe hier bei dem und dem bei meinetwegen Rick Future das und das gelernt und das hilft mir in dem und dem Audiobereich oder in dem und dem Projekt oder diese überschneidenden Learnings, wo du sagst, okay, krass, dadurch, dass ich, man hört ja raus, wirklich unfassbar breit aufgestellt bin, unfassbar viel zu bieten habe, auch aus eigener Passion auch, aber auch eben wie sich dieser Lebensweg entwickelt hat, dass du merkst, wie sich diese unterschiedlichen Bereiche über die Jahre hinweg gegenseitig beflügeln.
Tim Gössler:
Ich glaube, wenn ich auf ein Wort runterbrechen würde, was ich so mitgenommen habe, was alles vereint, ist es eigentlich Timing. So. Also, und was ich damit meine ist beim Schlagzeug und als Musiker im Orchester und so geht es kommt’s immer drauf an, genau im richtigen Moment zur richtigen Zeit etwas präzise zu machen. und bei der Filmmusik oder bei der Hörspielmusik geht’s auch darum, dass das richtige der richtige Ton, das richtige Gefühl zur richtigen Zeit kommt. Und beim Sprechen geht’s um Pausen und geht’s auch um die richtigen Worte zur richtigen Zeit und das richtige Tempo. Und ich glaube, das alles kommt da schon zusammen. Ich glaube, worauf ich mich gefühlsmäßig immer wieder zurückbesinne, ist tatsächlich die lange Zeit, die ich Schlagzeugunterricht hatte und auch an meinen Schlagzeuglehrer Friedemann Werzlau, der mir damals ganz viel beigebracht hat, dieses Gefühl für wir begeben uns jetzt ganz in einen Text rein, das war damals noch der Notentext, aber wir versuchen zu verstehen, was da drin passiert, in welchem Tempo und mit welcher Anspannung und mit welcher Intention. Und wir denken einen ganz großen Bogen, weil wir fangen etwas an, was irgendwo hin will. Das ist auch etwas, was mich sowohl, wenn ich versuche, Musik für etwas Neues zu schreiben, antreibt und umtreibt, als auch, wenn ich einen Text versuche zu gestalten, weil ich gehe nicht einfach so blauäugig daran, dass ich also man kann natürlich auch einen Text prima vista auffassen und da kommt auch irgendwas bei raus, aber ich versuche schon immer an einen Text ranzugehen mit einer Idee, wo ich hin will und mit einem Gefühl für Timing. Und ich glaube, dieses Gefühl für Emotion, für Timing und für auch Pausen lassen und für etwas in der Hand halten, was sich dann langsam sozusagen entspannen darf oder mal was fest anzufassen und zu zwicken und so eine gewisse Energie reinzubringen, ja, das ist glaube ich etwas, was mir aus der Musik sehr geholfen hat, um auch mit Texten, die ich ausspreche und schauspielerisch gestalte sozusagen, damit umzugehen und das dann auszudrücken.
Dominik:
dieser Umsprung dann zu den Hörbüchern. Gab’s da irgendwelche Punkte, wo du sagst, okay, ich komme jetzt aus der und der Profession, Hörspiel ist ja wiederum was ganz anderes als Hörbuch. So ein bisschen diese dieses Learning by Doing halt auch mal so ein bisschen invertiert jetzt gefragt.
Tim Gössler:
Also ich glaube, ich habe schon ganz früh irgendwie instinktiv gespürt, was ich möchte, wie ich, also wie ich klingen möchte. Und ich glaube, wenn ich mir die frühen Aufnahmen anhöre, die ich da gemacht habe, höre ich vor allen Dingen, was ich wollte und was ich noch nicht konnte. und das hat sich gespeist, diese Vorstellung, was ich möchte, aus Dingen, die ich gehört habe und rezipiert habe oder aus meinen Lieblingsstimmen. Also, ich habe schon Harry Potter angesprochen, das habe ich rauf und drunter gehört. Ich habe früher die Herr der Ringe Hörspiele vom WDR rauf und drunter gehört, aber ich habe eigentlich rund um die Uhr immer irgendwas gehört. Also Hörspiele und Hörbücher vor allen Dingen waren so eine Konstante, die hat mich immer begleitet und es gab natürlich so eine gewisse Ästhetik, wo ich gemerkt habe, das spricht mich irgendwie besonders an. Es gab so prägende Stimmen. und ich habe auch gemerkt, ich habe so eine ein Wunsch irgendwo mich hinzu entwickeln, weil ich auch eine Ähnlichkeit merke. Also zum Beispiel Ich werde heute häufiger drauf angesprochen, dass ich so ähnlich klingen soll wie David Nathan. So und das ist am Anfang etwas gewesen, wo ich dachte, h muss ich so klingen wie er? Und da gab es auch eine Phase, da habe ich mir ganz viel von ihm angehört und habe versucht, das so nachzumachen. Irgendwann bin ich zum Glück so zu dem Punkt gekommen, ich muss es nicht so machen wie er. Ich darf was eigenes werden, aber trotzdem bin ich ja auch so ein bisschen das Ergebnis aus dem, was ich gehört habe und was ich dann nachgemacht habe. Und dieses nachfühlen, nachmachen und so ist halt ein Sammelsurium, was ich gar nicht mehr genau auseinanderziehen kann. Aber alles das, was mich geprägt hat, hat so einen Wunsch bei mir erzeugt, wie ich klingen möchte. Und da habe ich mich instinktiv immer hinbewegt. Das ist so ein so ein so ein Prozess, der auch immer wieder da kamen, glaube ich, auch die Aufgaben auf mich zu und die haben dann was erfordert. Dann habe ich mich daran ausprobiert und da war es toll zum Beispiel Auch, dass ich nicht direkt in die Welt gesprungen bin, wo man ins Studio geht und man muss die so funktionieren. Man ist quasi direkt in einem Synchronstudio oder man ist in dem Hörspielstudio mit Regisseur, sondern am Anfang habe ich ja skizziert ist es so gewesen, ich war zu Hause und habe für mich in meiner But irgendwas aufgenommen und das war eine super lehrreiche Zeit, weil ich mir ja zuhören musste und beurteilen musste, das war jetzt gut genug, um das rauszuschicken. Und dann habe ich auch erstmal so analysiert, wie klinge ich denn eigentlich? Wie ist meine Aussprache, was gefällt mir noch nicht, hab das verglichen, hab das vorgespielt Freunden und Familie und habe dann Feedback bekommen. Das war natürlich manchmal gut, manchmal nicht so gut, weil die Leute dann gesagt haben, ja irgendwie es klingt so, als würdest du es zu sehr wollen oder sowas, Wenn man sich dann so sehr anstrengt, deutlich zu sprechen, dann klingt’s nicht mehr nicht mehr authentisch. Aber dieses an sich selber arbeiten und sich selber zuhören in der eigenen Keminate sozusagen war sehr hilfreich und irgendwann dann Aufgaben, die auf mich zukamen, wo eine Rolle war, sprich mal so wie ein bei Rick Future wie ein Schnecken-Alien oder so, also großes eine große dicke so Schnecke so und dann habe ich mir halt überlegt, wie könnte die klingen und habe dann meine Resonanzräume und irgendwie ausprobiert im Körper und bin dann irgendwie zu einem Ergebnis gekommen und ja, dieses sich selber fordern, gefordert werden hat mich irgendwann dann an den Punkt gebracht, dass ich dann auch funktioniert habe in dem professionellen Kontext, weil ehrlich gesagt, als ich dann die ersten professionellen Aufträge hatte und in ein Studio, ein echtes Studio gegangen bin, ging mir echt der Arsch auf Grundeis und ich hatte so Schiss und da bin ich auch total froh, dass die Leute mich nicht weggeschickt haben oder so, nur weil ich so aufgeregt war. Ich glaube, es war dann auch nicht ganz schlimm, aber es hätte in die Hose gehen können, theoretisch, wenn ich jetzt das nicht hinbekommen hätte oder so. Und ja, Learning by Doing klingt so einfach, aber es ist wirklich, dass ich da tausende Stunden einfach mir selber zugehört habe und da diese Reflexion stattgefunden hat, wo ich gemerkt habe, na, das geht noch besser, glaube ich, oder das ist noch nicht natürlich genug oder ich möchte irgendwie an meinem arbeiten oder an meinem Atmen. Atmen war auch lange Zeit so ein Thema. Wie atmet man richtig?, also ganz viele Themen, die dann so auch in dem Forum, in dem Hörspielforum immer wieder besprochen wurden oder dann mit Kollegen, die ich kennengelernt habe. Es war ist super spannend und bis heute kein abgeschlossenes Thema. Ich unterhalte mich immer noch gerne über so nördige Sachen. Also ist schon cool.
Dominik:
Ich stelle mir dich da in diesen ersten Studiobesuchen dann davor ganz bibbernd und zitternd. Gab’s da vielleicht jemanden, der dich dann auch an die Hand genommen hat, so eine Art Mentor? Ich stell mir das ganze naiv vor, So, keine Ahnung, ich will jetzt nicht Star Wars Jedi Tempel Mentormäßig daherkommen, so. Aber gab’s da vielleicht irgendwie Persönlichkeiten, Figuren, die gemerkt haben, hey, der hat echt was drauf, aber die fehlt es hier an dieser Studioroutine und die sich dann da quasi moderiert begleitet haben, fernabon so den üblichen Regie und ja, etc. dem üblichen Prozedere.
Tim Gössler:
Das war beim Synchron ganz toll. Also, ich hatte meine ersten richtigen Synchrontermine bei der Ayunu heißt es heute früher hießt es anders. und das ist dann quasi für mich so war eigentlich Menge. Also man sagt, es waren noch keine richtigen keine richtigen vollwertigen Rollen mit so mit dem Ark, der sich entwickelt und ganz viele Sätze, sondern es waren Mengentakes, wo mehrere Leute im Studio sind, im Synchronstudio sind und dann kommen ganz viele kleine Sachen. Einmal schreit jemand auf dem Marktplatz was oder dann läuft jemand vorbei, jemand kommt aus der Bar raus und leidt irgendwie so und dann wird quasi spontan entschieden. Mach du das mal oder mach du das mal. Du klingst älter, du kriegst jetzt den da oder man ist direkt in der Gruppe, da ist eine Party und alles muss ja im deutschen Film dann auch synchronisiert werden, dass man es versteht. Man kann ja nicht einfach den Originalton nehmen auf der Party, müssen die dann auf Deutsch feiern. M und dann waren wir da halt irgendwie zu fün fünf Männer in unterschiedlichen Altersklassen und mit unterschiedlichen Stimmen und haben dann da in der Menge irgendwelche Sachen synchronisiert und das war mein erster Tag, wo dann auch der Regisseur kam und sagte, das ist Tim, das ist sein erster Synchrontag seit nett zu ihm und dann waren alle super nett und die haben mir dann geholfen, weil erstmal bist du ja auch so, okay, das ist jetzt das Bild, da läuft irgendwas zusammen. Außerdem sind hier leuchtende Knöpfe, was muss ich jetzt machen? Das haben die mir alles erklärt und das war das war total schön. Also, da habe ich mich an die Hand genommen gefühlt und deswegen war das ein angenehmer Start ins Synchronleben.
Dominik:
Was glaubst du sind, nehmen wir malisch, Hörbuch und Synchron? Was glaubst du, sind da die größten Unterschiede auch für dich gewesen, die du für dich rauskristallisiert hast?
Tim Gössler:
Also, der größte Unterschied ist erstmal die Strecke, die man schaffen muss und das Tempo, was man geben muss. Was ich damit meine, beim Hörbuch bist du ja alleine und hast den Text vor dir und jemand nimmt dich auf, aber alles passiert so in deinem Rhythmus und wenn du dich versprichst, dann setzt du noch mal an, machst den Satz noch mal oder den Absatz noch mal und alles ist auf dich zugeschnitten. Da redet ja, also außer du hast Regie, dann ist es natürlich anders. Da hilft dir jemand noch mal das Buch irgendwie zu entdecken und einen Ansatz zu finden vielleicht oder sagt: „Na, ich glaube, das war anders gemeint, spring noch mal zurück.“ da bist du quasi in deiner eigenen Welt, in deiner eigenen Blase und machst daraus dein Ding, wie du gesagt hast. Und beim Synchron weißt du vorher gar nichts, was passiert. Also selten weiß ich überhaupt, wenn ich gebucht werde, was das für ein Projekt ist. Ach das heißt, ich krieg ein Es gibt ganz viele Decknamen, manchmal sind es auch nur Zahlen. Also das, du kommst jetzt für das Projekt 6001. Oh, alles klar. Super. dann wird mir manchmal so gesagt, ja, du sprichst da so ein eine älteren Typen, du kannst auch Ältere, ja, super, dann machen wir das so. Dann kommst du einfach vorbei und für eine Stunde und dann weiß ich, okay, Stunde sind dann ungefähr so und so viel Takes. Also ist entweder eine größere oder eine kleinere Rolle, je nachdem, wie lange ich gebucht bin. Aber mehr weiß ich nicht. Und dann komme ich da an und dann sagt mir der Regieführende hier, guck mal, das ist dein Typ, der ist halt ja, der ist gerade aus der Armee und der dem geht’s nicht gut und der liegt jetzt auf der Straße und der wird jetzt angepöbelt und dann verprügelt und so. Wir gucken mal rein und dann sehe ich den und hör mir das quasi im Original an und dann gucke ich mir das Buch, was parallel auf einem Bildschirm mittlerweile steht, an. Das bedeutet es eigentlich wie ein Hörspielskript mit Rollenname und da steht noch die Zahl vom Timecode dahinter und dann das, was ich sagen soll. Manchmal steht dann da aber auch nicht er sagt was, sondern da steht einfach nur wirkt oder so. Und dann höre ich mir eben noch mal den einzelnen Take an. Wir springen dann Satz für Satz oder Schnipsel für Schnipsel an und dann versuche ich das, was ich da sehe und mit ein sozusagen nachzuspielen, aber so auf Fingerschnipp schnell. Also, ich habe jetzt nicht irgendwie Minuten, um mich da reinzufügen, sondern es geht halt schnell. Und das ist quasi was ganz anderes als beim Hörbuch, wo ich schon vorher weiß, das ist das Buch und da geht’s darum, beim Synchron ist es ein etwas sehr intuitives, was manchmal auch ein Problem ist. Wenn du jetzt mit einem Gefühl konfrontiert wirst, was du spielen sollst, was du gar nicht selber jetzt gerade gut hinbekommst, ist morgens um 10 Uhr und du bist eigentlich noch voll müde und jetzt schreit er da um sein Leben und du bist aber gerade noch so ein bisschen in den Wolken mit dem Kopf, so dann musst du quasi ganz schnell dich in diesen Zustand bringen, das stimmlich dazubieten. Also niemand verlangt von dir, dass du dich auf dem Boden legst und verprügelt wirst, aber du musst es trotzdem irgendwie so hinbekommen, dass du das stimmlich herstellst und im nächsten Moment ist der Typ vielleicht schon wieder ganz woanders und ihm geht’s dann liegt im Krankenhausbett und ist dann ganz leise und hustet irgendwie und dann musst du das auch hinkriegen und das ist manchmal schwierig, aber auch sehr spannend, aber halt ganz anders als beim Hörbuch, wo du sowieso dich durchtragen kannst durch den Erzähler, der ja keine Sprünge macht in dem Sinne, dass er jetzt mal so liest und dann mal wieder so liest und dann schreit und sondern eigentlich ist es so ein durchgehendes Erlebnis, was du für dich auch selber hast und beim Synchron zack jetzt den und jetzt den, jetzt machst du den, so fühlt sich schnell und auch ein bisschen stressig an.
Dominik:
Gibt’s denn da keine Ahnung, sei es jetzt synchron, sei es jetzt Hörbuch oder irgendwas anderes? Gibt’s da irgendwelche Projekte so in dieser Zeit, ich sag mal bis keine Ahnung, wo sind wir gerade chronologisch? 2011 hatten wir vorhin gesagt bis 2000, also synchron gegen synchron gegen 2020 dann bei mir Corona. Ja. Ah, okay. Ach krass. Okay. Okay. Dann würde ich sagen mal 2022 in diesem großen Spektrum gibt’s da irgendwelche Projekte, die du besonders gerne mochtest, fernabon von dem offensichtlichen Rick Future, wo du wirklich sehr stark involviert bist. Du hast ja auch da eine Folge geschrieben, wenn ich mich recht erinnere. Ich hatte das irgendwo gelesen gehabt,
Tim Gössler:
Ja, ich schreibe da auch mit. Also, also das kann sein, ja, dass ich da auch den Credit bekommen habe, dass ich da auch mit geschrieben habe. Ich habe ein einziges Hörspiel habe ich komplett alleine geschrieben und zwar das aber schon dann später gewesen. das war vor ein paar Jahren, da habe ich für die Sherlock Holmes Serie, wo ich Sherlock Holmes spreche von Hermann Media, da habe ich eine Folge, nämlich Folge 40 geschrieben, der Wunderheiler. Und zwar habe ich einfach gedacht, weißt du, die das ist eine total große Ehre, das zu sprechen. Das macht total viel Spaß. Manchmal hat man Momente, wo man denkt, na ja, aber sowas könnte ich doch auch, oder? Wenn man d so Skripte liest und denkt, oh, na ja, gut, den Satz hätte ich jetzt anders gemacht. Da habe ich mir selber gesagt, okay, mein Freund, wenn du jetzt die ganze Zeit denkst, du kannst das, dann mach es doch einfach einmal. Hä? Und dann habe ich so überlegt, ja, und ist mir eine Idee gekommen, habe ich geschrieben, ich sag nicht, dass es eine brillliante Folge ist, aber es ist eine komplett von mir geschriebene Folge. Also kann ich gar auch sagen, ich bin ein Hörspielautor. So, aber das die ja eigentlich bin ich kein Autor und mir fällt das nicht so leicht jetzt Worte hinzuschreiben und dann zum ja vor allen Dingen Langform. Egal, was hast du eigentlich noch gefragt? Besondere Projekte.
Dominik:
das ist ja wirklich ein großes Spektrum, wo du wirklich, also ich tue mich da auch schwer, da wirklich auf diesen auf diese Zeitspanne irgendwie auf diesen Topfen Deckel zu setzen, weil du wirklich von einem Projekt zum nächsten gekommen bist, zum nächsten gekommen bist. Aber wenn du diese Legacy bis, ich sag mal 2022, um mal 2020 abzudecken mit der frühen Synchronphase und so weiter, wenn du die mal überblicst, was sind da so die, ich sag mal, Highlight Projekte von dir, die wo du persönlich super gerne drauf zurückblicst bzw. Vielleicht durch Anekdoten besonders im Hinterkopf geblieben ist?
Tim Gössler:
Ich kann noch sagen, das erste Synchronprojekt, das war auch sehr cool, was ich dann gesprochen habe. wie heißt denn Disenchantment? Genau, auf Netflix. Ah ja, genau. Da durfte ich dabei sein. Da habe ich dann eine kleine Rolle gesprochen von König Bruto. der kommt in zwei Folgen, glaube ich, vor und ansonsten bin ich immer wieder im Hintergrund zu hören, wenn irgendwelche Gnome schreien oder dann fliegen mal Papageien drüber und die rufen dann so: „Kehr um, kehr um“ oder sowas habe ich dann mitgemacht. also das war richtig cool, weil das was war, was ich auch selber gerne geguckt habe. Und ansonsten beim Synchron sind so viele Klein Sachen. Es gibt auch noch eine Serie, da habe ich eine Hauptrolle gesprochen, die war auch ganz cool für Netflix. Gamera: Rebirth heißt die. Das ist quasi so eine Godzilla Geschichte, aber mit Gamera. Ist halt auch so ein Kaiju und da habe ich halt eine der größeren oder eine der Hauptrollen gesprochen, das war auch ganz toll mit Marco Rosenberg, den Namen habe ich schon mal genannt und der war dann plötzlich mein Synchronregisseur. das war sehr cool und ansonsten was Hörbücher angeht, war für mich und ist immer noch ein toller Meilenstein. Ich lese ganz viele tolle Bücher, da bin ich auch sehr dankbar. Aber wo ich immer noch sehr stolz drauf bin, ist, dass ich mal Stephen King vorlesen durfte. Ach, cool. Und zwar so über eine Hintertür für Audible, weil sein Sohn Joseph Hillstram King, der schreibt als Joe Hill auch Romane und da durfte ich von ihm zwei Bücher vorlesen und das waren Kurzgeschichten und da hat eben an zwei Stück auch Stephen King mitgeschrieben. Das heißt genau ja, da durfte ich dann quasi auch Stephen King mal vorlesen und das war das war so dachte ich boah ey krass. Also, wenn das eine Bucketlist ist, die ich haben wollte, dann auf jeden Fall und hab habe mich sehr gefreut. Und genau, das war so ein Highlight und es gibt immer wieder tolle Projekte. Ich müsste jetzt glaube ich selber mal durch meine Vita durchgehen, weil ich jetzt die wichtigsten Sachen vielleicht vergesse, aber das sind auf jeden Fall so zwei Sachen, die ich in Erinnerung habe oder drei Sachen und es kommen immer wieder Sachen, vielleicht fällt mir noch was ein, aber das waren so Sachen, die mir jetzt direkt in Kopf gekommen sind.
Dominik:
Was mir beim Durchgehen von deiner Website und so aufgefallen ist, ist, dass du, ich glaube, ich glaub das war auf der Website, kann auch sein, dass ich das irgendwo anders von dir gelesen habe, aber dass du Leichenblume als eine der schönsten Hörbucherfahrungen beschrieben hast. Das war und das sind schon das sind schon sehr krasse Worte, wo ich mir denke, ey Mensch, hau raus. Was ist was ist dann an diesem Hörbuch die schönste Erfahrung?
Tim Gössler:
Also, das war aus mehreren Punkten ganz besonders, weil das mein erstes Hörbuch war, was ich für Argon, den Argon Verlag sprechen durfte. Das ist ein großer Hörbuchverlag und das erste Hörbuch, was ich bei der Lauscher Lounge sprechen durfte, also dem Studio, was Oliver Rohrbeck von den drei Fragezeichen gehört und da bin ich also in dieses Studio, wo ich noch nie war gegangen durfte, dieses Buch, was so toll geschrieben ist, ein Krimi, habe ich den vierten Teil jetzt tatsächlich dieses Jahr gesprochen, lesen durfte und dann hatte ich auch noch eine ganz tolle Lektorin, die dann quasi den ersten Tag dabei saß und mir den Rücken gestärkt hat und so ein bisschen gesagt hat, wie sie es gut finde. Findet und dass sie es gut findet. Und das war einfach so eine so eine tolle Erfahrung aus dem aus der Situation, dass man ja oftmals in Studios geht und dann ist man da mehr oder weniger mit der aufnehmenden Person alleine an einem dunklen Ort und dann in diesem Studio, was so hell ist, was so freundlich ist, mit einer zusätzlichen Person vom Verlag für einen neuen Verlag bei Oliver Rorbeck sozusagen zu Hause, das war super schön und wie gesagt, das Buch ist auch richtig gut. Also, wer Krimis mag und Dänemark mag und so, das kann ich sehr empfehlen.
Dominik:
Wir sind hier so um die keine Ahnung 2020er, 2022. Ich hatte in vergangenen Interviews gerade so diese Coronaphase vernommen aus einer Sprecherperspektive als eine auch aus die, also generell ist es ja eine unfassbar anspruchsvolle Phase gewesen, aber eben aus der Sprecherperspektive meines Wissens nach doppelt und dreifach auch schwierig aus verschiedenen Perspektiven. Wie hast du generell diese Phase erlebt, wenn man so dein Portfolio, deine Vita mal durchscrollt, dann hat man ja eher den Eindruck, dass 2020 und 2022 wirklich so eine Boostphase war, so ein Karrieresprung.
Tim Gössler:
Für mich war das tatsächlich so. weirderweise ist es diese spezielle Situation von Corona für mich ein mehr oder weniger idealer Einstiegspunkt für synchron gewesen, weil vorher, ich hatte schon ein paar Termine, bevor es losging, also die kannten mich da schon. aber als dann Corona war und so ein paar Monate vergangen waren und man dann wieder arbeiten durfte, da mussten sich ja die Synchronstudios überlegen, was kann man jetzt machen, damit die Leute trotzdem kommen dürfen und wir müssen ja auch die kleinen Rollen, die vorher in der Menge aufgenommen wurden, jetzt auch irgendwie hinbekommen. Das heißt, was wir vorher in der großen Gruppe gemacht haben, wo wir zu fünft waren und dann wurde wild und hin und her gerufen, du machst den, du machst den, du machst den. Das muss jetzt trotzdem irgendwie gemacht werden, aber jeder ist einzeln gekommen. Das bedeutet, ich habe unheimlich viel mehr Aufmerksamkeit gekriegt, selbst für so Kleinstrollen, weil niemand anders gerade da war. Und wenn ich da war, musste ich auch nicht warten, bis alle anderen Kollegen dran waren, sondern ich war immer dran. Das bedeutet, für mich war das eine unheimlich lehrreiche Zeit, auch wenn es für viele andere, die synchron machen, eine traumatische Zeit mehr oder weniger war, weil man plötzlich so rausgerissen wurde aus dem, was man kannte und da hat sich auch viel digitalisiert. Das bedeutet für viele was ein Umstieg vom gedruckten Papierbuch auf plötzlich den Bildschirm und alles wird desinfiziert. Du kannst dich an so einer Metallstange festhalten, aber ansonsten ist es so mehr oder weniger nicht ganz, aber so ein klinisch reines Studio geworden, so was man gut lüften kann und haben alles so geupdatet. Das hat sich für viele nicht mehr so heimelig und schön angefühlt, sondern wie so ein ja jetzt Büro plötzlich. Und für mich stand aber nicht dieser Raum im Fokus, wo ich dann wo ich dann war, sondern die Situation, ich darf jetzt sprechen und wenn ich da bin, kriege ich viel Aufmerksamkeit und Feedback, was vorher nicht so gegeben war. Ich bin auch eher ein zurückhaltender Typ. Das bedeutet, wenn jetzt gefragt wurde, wer möchte den denn sprechen, dann habe ich jetzt nicht gesagt sofort ich, sondern war da ein selbstbewusster Kollege, der hat sich nach vorne gestellt. Und jetzt war ich immer dran, wie gesagt, und habe dann daran in kurzer Zeit mehr wachsen können und mehr detailliertes Feedback bekommen. Und manchmal haben sich die Leute mich dann auch eher gemerkt, weil ich war ja jetzt zum Angucken da und der einzige und in so einer Gruppe, wenn sich einer immer so ein bisschen Hintergrund hält, dann sieht man den ja vielleicht nicht so direkt und deswegen war es für mich, was synchron anging, ganz gut. Hörbuch war erstmal eine andere Sache, weil da auch die Verlage nicht so genau wussten, wie geht’s weiter und dann wurde geguckt, wer kann zu Hause aufnehmen, dann wurde erstmal nicht so viel produziert, alle waren so ein bisschen zurückhaltend, aber als dann wieder klar wurde, okay, wir können die Studios wieder aufmachen und so, da ging es dann auch weiter und da hatte ich das Glück, dass mich dann auch genug Leute auf dem Schirm hatten, dass ich eigentlich jede Woche was zu tun hatte. Also das war dann für mich kein Problem, sondern eher ja, dann bin ich halt alleine und muss alles danach desinfizieren und lüften, aber ich kann noch trotzdem arbeiten. So, deswegen war es nicht für mich die schlimmste aller Situationen.
Dominik:
Ich hatte irgendwo ich, ich meine, das war das war ein Resümee von 2022 oder 24, da hattest du geschrieben, dass du über 50 Hörbücher aufgenommen hast. Irgend irgendwie so war das gerade.
Tim Gössler:
Ja, genau. Ich hab mal so eine Übersicht gemacht. Stimmt. Ja, weil mich das auch selber interessiert hat, was habe ich jetzt eigentlich geleistet sozusagen? Und ja, es war dann so von der Auslastung her ab 2020 ging es immer ein bisschen mehr mit den Hörbüchern nach oben, bis ich quasi die Maximalauslastung erreicht hatte, nämlich jede Woche ein Buch so ungefähr oder manchmal auch zwei, wenn es halt kürzere sind, sodass ich quasi im Jahr auf mindestens 50, meistens eher so 70 Produktionen, was Hörbücher angeht, komme, manchmal auch mehr. Und das hat einfach den Hintergrund, dass manche Bücher länger sind und manche habe ich nur ein paar Kapitel, bin ich halt quasi sozusagen der Rausschmeißer oder irgendwie eine Nebenfigur, weil jetzt Hörbücher auch nicht immer nur mit einer Stimme produziert werden, sondern manchmal auch mehrere sprechende dabei sind und so. Aber von der Auslastung her bin ich quasi eigentlich jede Woche für ein Hörbuch unterwegs und dann nachmittags, wenn ich noch Zeit habe, im Synchronstudio oder im Gamestudio.
Dominik:
Auch eine ganz naive Frage, wie schaltet man da zwischen den ganzen Projekten eigentlich so ab? Ja, also das ist ja
Tim Gössler:
ist ja schon viel tatsächlich ist so, weil man sich das ja auch selber einteilt, das manchmal so ein bisschen schwierig, weil wenn ich es zu gut gemeint habe und zu viele Sachen angenommen habe, bedeutet das ja, wenn ich nach Hause komme, muss ich das nächste Projekt auch lesen und vorbereiten, weil ich nicht ins Studio gehe oder nicht gehen möchte, das machen manche und das Buch nicht gelesen habe, sondern ich möchte es einmal gelesen haben und durchgearbeitet haben und durchdacht haben. Das bedeutet, wenn ich nach Hause komme und schon gelesen habe, muss ich jetzt noch mal stumm lesen und dabei ein Buch vorbereiten sozusagen. Und wenn ich es dazu gut gemeint habe und mich freue, dass da Anfragen kommen, dann kann es manchmal sein, dass ich mich schon bisschen zu sehr pushe und dass ich dann manchmal merke, okay, jetzt kriege ich so kleine Alarmzeichen irgendwie komische Schmerzen hier und da oder so. was man so kennt, wenn man viel arbeitet. das kann schon mal sein, aber mittlerweile geht es schon besser, dass ich mir das realistischer einteile und dann auch mal einfach sage, okay, ich nehme das jetzt nicht an, schade, aber ich brauch es nicht unbedingt machen und dann kann es jetzt jemand anders machen, der freut sich auch und ich habe jetzt einfach mal das Wochenende frei, weil das freie Wochenende war für mich tatsächlich eine Zeit lang auch nicht normal. Da habe ich dann halt andere Sachen bearbeitet. Und das kann man nicht lange machen. Also das ist echt manchmal ein bisschen zu viel gewesen. Jetzt mittlerweile glaube ich habe ich schon ganz guten Tritt gefunden und wie ich dann abschalte hängt immer so ein bisschen davon ab. Also es gibt Phasen, da höre ich zum Beispiel Gar nicht gerne irgendwas, weil ich schon den ganzen Tag Kopfhörer auf hatte. M das bedeutet ich schaue mir dann vielleicht was an Serie oder ich gehe spazieren oder keine Ahnung mach was manuelles. und anderer Phasen gibt’s auch, wo ich dann plötzlich denke, ey, ich will jetzt aber auch Input. Ich will noch mal irgendwie hör mir Kollegen an, wie die sprechen. Ich hö mir andere Hörspiele an. Ich hö mir Soundtracks an, mach mir Notizen, bin dann so on fire. Also es kommt immer drauf an, manchmal bin ich sehr aktiv im Erholen und manchmal will ich gar nichts hören und einfach nur rumliegen und die Augen zumachen.
Dominik:
Diese Vorbereitungszeit, die schluckt ja trotzdem zwangsläufig halt auch die Zeit dann vor dem Studio, zu Hause etc. Gerade Romane, die leben ja auch davon, dass man unfassbar viele verschiedene Charaktere hat, die da auftauchen und so weiter. Markierst du dir Figuren und sagst denn: „Hey, den spreche ich so, den spreche ich so, den spreche ich so.“ Oder ist das irgendwas, was dir auferlegt wird? oder welchen Charakter hat die Vorbereitung auf so ein auf so ein Hörbuch?
Tim Gössler:
also vor Vorlagen, was ich zu tun habe, kriege ich echt selten. Meistens ist es einfach nur, dass der genau, der Verlag sagt dann, wir hätten dich gerne dafür, wir glauben, du kannst es gut machen, hast du Zeit und dann werden Termine ausgemacht und dann komme ich zu dem vereinbarten Termin, zu dem vereinbarten Studio. Seltener gibt es auch Regie, aber das habe ich wirklich noch nicht so häufig gehabt, weil es einfach eine Kostenfrage ist für die Verlage. Und wenn man sich sozusagen bewiesen hat und die wissen, der macht das schon ganz gut, dann ist auch so die Kalkulation natürlich, na ja, wenn das alleine kann, warum sollen wir jetzt noch jemanden da extra bezahlen für, dass er ihm sagt, er macht’s gut, so ungefähr. das bedeutet nicht, dass ich nicht Regie immer dankbar annehme und dass die auch einen woanders hinbringen kann. Also, die kann ein ja unfassbar pushen und noch mehr rausholen, aber es trotzdem einfach so die Frage, was der Verlag für ein Budget hat und was er machen möchte. So, das sind quasi so die einzigen Sachen, die vorgegeben sind. Ansonsten habe ich den nackten Text als PDF bekommen und dann lese ich mir den auf meinem iPad, wie du gesagt hast, für die einzelnen Charaktere Notizen oder Markierungen. Jeder macht das ein bisschen unterschiedlich. Ich arbeite gerne mit Farben, dass ich weiß, diese Hauptperson kriegt von mir jetzt Grün und diese weibliche Person kriegt von mir jetzt rot, zum Beispiel Und ich habe da auch so gewisse Schubladen in meinem Kopf entwickelt, wo ich weiß, wenn ich dunkelblau nehme, ist es ein Typ mit einer tieferen Stimme, der so ein bisschen rumpliger ist. So dunkelblau ist für mich so dieser Form von Typ. Wenn es hellblau ist, ist es meistens ein älterer Mann mit einer dünneren Stimme und gibt’s verschiedene Farben, zum Beispiel Rot, orange und gelb vergebe ich meistens an weibliche Charaktere und die haben dann rot ist immer so ein bisschen wärmer und gelb ist so ein bisschen hebbeliger vielleicht und so. Das sind so meine Sachen, die ich quasi da für mich entwickelt habe und das nutze ich dann quasi unterstreich mir das im Text. Früher habe ich mir auch noch ganz viel im Text markiert. Mittlerweile merke ich, das lenkt mich eher ab vom Lesen. Ich brauche nur noch die Dialoge, so damit ich dir auch schnell erfasse, weil blöd ist es, wenn ich einen Satz anfange zu lesen in der wörtlichen Rede und merke, oh, das war ja jemand ganz anders. So, da muss ich es noch mal machen und das kann ich umgehen, wenn ich mir quasi vorher die Farbe gesetzt habe und dann manche Bücher brauchen viel Aufmerksamkeit in der Vorbereitung und manche sind quasi für mich ganz leicht zu durchschauen und ich habe das Gefühl, damit komme ich klar, dann brauche ich auch nicht so viel Zeit in der Vorbereitung. Bei manchen denke ich über einzelne Sätze nach oder mach mir bei den Figuren ganz viele Gedanken, weil ich möchte es ja auch stimmig haben und nicht irgendwie eine Hauptfigur, die eine nervige Stimme hat oder irgendwie sowas. aber gerade was das angeht,
Dominik:
Gab’s da vielleicht in der Vergangenheit die eine oder andere Figur, wo du dachtest, ey, diese Figur jetzt so anzulegen, war vielleicht keine gute Idee und das zieht auf Dauer schon ziemlich Kraft. Also, gab’s da irgendwelche Entscheidungen, die du im Zweifelsfall bereut hast im Nachhinein?
Tim Gössler:
Also, so bitter bereut eigentlich nicht, aber ich denke jetzt an ein eine letzte Produktion oder zwei Bücher, die ich gesprochen habe. Und zwar gibt’s eine Reihe von John Gwynne. es ist so eine Wikinger nordische Fantasy Reihe und da habe ich dann den ersten Teil hat Detlef Bierstedt gesprochen. und dann durfte ich Teil 2 und Teil 3 machen, weil er wahrscheinlich keine Zeit hatte. So, dann haben sie mich gefragt, dann habe ich mir also sein Hörbuch angehört und dann habe ich mich drauf gesetzt, hab es natürlich in meinem Stil adaptiert, hab es nicht genauso gemacht wie er, weil er ist jemand ganz anders. Ich kann ih nicht kopieren, mache ich auch nicht, aber so ich habe natürlich eine Idee bekommen von wie er charaktere spricht. Und da gibt es eine ein Wesen, ein weißen heißt es Wesley und das hat so eine so eine ganz hohe Stimme, die war manchmal dann schwieriger zu erreichen, dass ich die genauso treffe, wie ich das möchte. da habe ich dann manchmal echt an einem Satz, wo ich so kann doch nicht wahr sein. Warum kann denn die Stimme jetzt nicht so machen, wie ich will? Das war dann schon so ein bisschen, weil so ein so ein ist so ein bisschen so in die und manchmal, wenn es so kratzt oder so, dann m so kann ich es nicht machen. Also noch mal und das war dann halt schwierig, weil dann weint die oder dann fliegt die und schreit die und so und alles in der Stimme. Das war dann so eine Herausforderung. Also es kann manchmal sein, aber ansonsten versuche ich natürlich mir vorher so Gedanken zu machen, dass ich denke, das kann ich auch über mehrere Tage und vielleicht auch mal mehrere Minuten lang und ununterbrochen wiedergeben und machen.
Dominik:
aber da fährst du ja bei Hörbüchern wirklich auch zweigleisig, Auf der einen Seite bist du halt der Erzähler, der das ganze Universum trägt und auf der anderen Seite schlüpst du halt da in verschiedene Rollen und verschiedene Figuren. Was ist schwieriger so eine so eine ganze Welt als Erzähler zu tragen oder in verschiedene Rollen hineinzuschlüpfen und die Figuren konstant zu halten?
Tim Gössler:
Ich glaube h also es gibt natürlich jeder Fall ist anders, deswegen ist es jetzt nicht so pauschal zu sagen, aber ich glaube, es gibt manchmal schon Rollen, wo ich merke, oh, das ist jetzt also in dem Hörspiel, wenn ich besetzt werde, auf irgendeine keine Ahnung, ein Kernel, aber der ist, weiß ich nicht, der soll ganz weich sein, der soll gar nicht so kernelmäßig sprechen, sondern eher weich und zurückhaltend und so ein so ein leisen Witz in der Stimme haben und so und dann denke ich so: „Oh, ja, wie kriege ich das jetzt hin?“ wenn man plötzlich so spontan irgendwie sowas erwischen muss und das kann dann schon mal schwierig sein oder wenn ich das ist so ein Punkt beim Synchron, der fällt mir manchmal auch schwer, wenn ich eine Person sehe, die soll ich jetzt synchronisieren und sprechen und ich finde selber meine Stimme passt nicht. Also jeder hat ja vielleicht schon mal einen Film gesehen und denkt so, ah, der Sprecher jetzt irgendwie das harmoniert nicht so richtig. Und wenn ich selber das Gefühl habe, das ist ja ganz individuell. Für jemand anderen ist es, wenn der das hört und sieht, vielleicht dann schon wieder anders, aber ich selber sage, ich finde, ich passe nicht, dann fällt mir das unheimlich schwer, mich natürlich drauf zu setzen, weil ich das dann irgendwie weiß nicht, man muss dann selber zu sich zurückkehren und denken, okay, ich mach’s jetzt einfach so, wie ich natürlicherweise bin. Aber wenn das auch noch irgendwie so ein ja ein verschrobener Charakter ist, der so ein bisschen anders aussieht, als ja meine Stimme klingt, ich kann es nicht anders sagen, dann fällt mir das schwer. Und beim Hörbuch so eine Welt zu tragen ist dann halt ja auch meine Entscheidung, wie ich es mache und ich kann es mir so zurecht legen. Deswegen ist das mal meistens gar nicht so schwer. Außer der Text ist schwierig geschrieben oder anspruchsvoll geschrieben, dann muss ich da vielleicht auch dran knabbern. Aber ich glaube, so eine manchmal erwischt mich eine Rolle kalt, wo ich dann denke, boah, also das weiß ich jetzt irgendwie nicht. Da muss man muss man gucken, wie man dran kommt.
Dominik:
Das stelle ich mir wirklich sehr anspruchsvoll vor, da irgendwie zu jonglieren. In vergangenen Interviews habe ich ja verschiedene ältere synchronen Helden am Start gehabt, die aus einer Zeit stammen, wo noch gemeinsam vor dem Mikrofon gestanden wurde im Studio. Bei dir hat man ja eher so diesen okay, du bist so in diese moderne Sprecherkultur, moderne Synchronkultur reingekommen. Jedoch finde ich bei dir die Produktion, wie hieß die? Zwei fürs Leben. Ja. Wo du tatsächlich so ein bisschen so in diese frühe Phase rein reinschnuppern konntest, insofern, dass du mit einer Person gemeinsam vor dem Mikrofon standest oder im Studio standest. Wie war das mit Sandra Voss?
Tim Gössler:
das war ganz toll. Also ich kann es ja, wie du sagst, nicht so richtig aus erster Hand erzählen, wie das beim Synchron ist. Ich kenne die Mengenaufnahmen, aber ich kenne jetzt zum Beispiel Nicht die Erfahrung, du bist in einer Serie auf einer Hauptrolle besetzt und deine weibliche Hauptrollen Frau sozusagen in der Serie steht tagelang nebeneinander und macht das zusammen und spielt zusammen und so. So habe ich das nicht erlebt. Da bin ich immer alleine gewesen beim Synchron, auch bei großen Rollen. Jetzt bei dem Hörbuch war es ganz toll, weil der Trend der Duettellesungen da schon so ein bisschen aufkam. Das ist jetzt auch so ein Ding, was populärer ist. Du hast zwei Stimmen, die viel in dem Hörbuch vorkommen und normalerweise getrennt ihre Parts lesen würden. Jetzt treffen sie aufeinander und wenn meine Figur redet, redet sie in allen Kapiteln. Also es ist jetzt nicht so quasi vorher, ich skizziere das mal kurz. Du hast normalerweise bei so einem Liebesroman zwei Perspektiven, sagen wir mal Frau Mann und die Frau liest immer ihre Kapitel aus ihrer Perspektive und spricht dann aber auch meine Figur und wenn ich dran bin, spreche ich auch ihre Figur mit meiner Stimme. Und bei den Duettellesungen ist die Idee, dass das nicht passieren soll, sondern die Figuren bleiben immer konstant. Und auch wenn mein Kapitel ist und ich aus der Ichperspektive spreche, liest sie trotzdem ihre Parts. So dass wir immer im Dialog sind und sich das so natürlich anhört. Genau. Und das haben wir bei dem Buch gemacht, weil sich es da besonders angeboten hat. Das ist nämlich eine Geschichte von einer Frau, die einen Unfall hatte und dann wacht sie im Krankenhaus auf und sie kann plötzlich einen eine Männerstimme hören, ein Typen, mit dem sie reden kann. Den sieht sie nicht, aber sie hört ihn. Und das ganze Buch ist mehr oder weniger in ganz großen Teilen einfach dialogisch. Ohne sagte sie, sagte er, sondern nur Dialoge von oben bis unten runter. Krass. Okay. Und das war total toll, weil wie soll man sonst machen? Also das kann man ja gar nicht irgendwie abbilden, diese Erfahrung, die man beim Lesen hat, dass da Dialoge sind. Wenn man jetzt eine Stimme sagt, also sie spricht dann hoch und d spricht sie tief und dann spricht sie wieder hoch. Ist ja ein bisschen komisch so die ganze Zeit mit sich selber reden und diese Erfahrung mit Sandra dann zu sitzen und auch noch in einem Hamburger Synchronstudio in so einem alten was es auch nicht mehr gibt, was abgerissen wurde da saßen wir uns gegenüber und haben das quasi uns angespielt und das Buch zusammen durchlebt und das war ganz toll. Also, das war wirklich eine Erfahrung, das würde ich gerne häufiger haben. meistens bietet sich es aber nicht so richtig doll an für die Verlage. Es gibt wie gesagt Duettlesungen immer mehr. Da trifft man dann auch Kolleginnen und Kollegen, aber das ist nicht so häufig. Es ist eher etwas Besonderes, wenn man das macht.
Dominik:
Eine weitere Konstante, die ich glaube wirklich, ich weiß nicht bis wann sich das gezogen hat, das habe ich mir gar nicht notiert, aber Sherlock Holmes hattest du auch schon erwähnt und das ist halt auch wirklich eine Rolle. Da hattest du auch erwähnt, dass du da wirklich eine große Anbindung zu hast, Sherlock Holmes. Wie kam es dazu und wie lief die Arbeit an Sherlock Holmes an den Hörspielen ab?
Tim Gössler:
die läuft zum Glück immer noch ab. Also, das ist eine fortlaufende Reihe oder mehrere Reihen sogar von Hermann Media, also Carsten Hermann. und der hat sich überlegt, ich glaube, das muss auch so 21 oder so gewesen sein, dass er halt eigene Homes Spiele machen möchte. Der war früher nämlich an den berühmt berüchtigten nee, berüchtigt sind sie nicht, aber berühmt und ganz tolle Hörspiele mit Christian Rode und Peter Gröger, die Klassiker sozusagen, der Homesprecher, die man so heute auch immer noch hört und mag. beteiligt hat, die produziert bei Maritim damals, aber er hat dann irgendwann Maritim verkauft und jetzt macht er gerade wieder was eigenes und hat mit Hermann Media quasi ein Label, wo er verschiedene Serien selber produziert, unter anderem halt auch Sherlock Holmes. Und da hat er über Facebook, glaube ich, in so einer Sprechergruppe, da war ich auch irgendwie so Jobs und so, keine Ahnung, und da hat er halt gesucht, ihr könnt euch bewerben, habe ich gemacht und dann hat er mir das angeboten und ehrlich gesagt, im ersten Moment dachte ich, das ist fake. Also, weil hä, warum soll ich denn jetzt Sherlock Holmes sprechen? Dachte ich. Das hat für mich nicht so Sinn ergeben, weil ich ja auch noch relativ jung bin und ein Holmes in meinem Kopf immer so jemand erfahrenes altes war. Und dann meinte er, na ja, aber im Original ist der gar nicht so alt, der ist in seinen 30ern und ich würde gerne mal was frischeres machen. Und dann habe ich gedacht, okay, ja, warum nicht? Also, ich probiere das gerne. Und dann ging das los und wir haben dann Mark Schüler als Watson und Detlef Tams als Lestrade tatsächlich zu dritt über Internet zusammengeschaltet unter der Regie von Carsten Hermann die erste Folge aufgenommen von Sherlock Holmes & Watson Mysteries heißt es genau und da werden quasi so übernatürliche Fälle, wo Holmes dann eigentlich gesagt hat, Watson veröffentlich nicht veröffentlichen, das glaubt uns keiner. So, das wird quasi da so erzählt und das lief dann ganz gut und läuft bis heute immer noch ganz gut. Wir haben heute hatte ich Hörspielaufnahmen mit Mark für Folge 56 der Mysteries. und wir haben außerdem noch zwei oder drei, ich glaube erstmal zwei, ich weiß noch nicht, wie viel ich verraten darf. Zwei weitere Serien mit Holmes und Watson. Einmal die Lost Cases und die Classics. Die Classics sind wenig überraschend die Originalfälle und die Lost Cases sind Sachen, die werden in den Originalfällen ervanned, aber die hat er nie geschrieben, der Sir Arthur Conan Doyle. und da erzählen wir quasi auf diesen drei strengen verschiedene Arten von Holmes und Watson Abenteuern und sind da jetzt bei ja bestimmt auch unter über 100 Hörspiele, die wir jetzt zusammen gemacht haben in der Konstellation. Und das ist jetzt immer noch so, zum Glück, dass ich mit Mark mich zusammenschalten darf und dann nehmen wir zusammen unsere Parts auf. Leider nicht im gleichen Studio, aber zumindest in der gleichen Leitung. Und dann haben wir quasi die Dialoge so lebendig gespielt, fast wie wenn man zusammen im Studio wäre.
Dominik:
Das ist halt wirklich eine Sehnsucht, die ich halt sehr sehr raushöre aus den anderen Interviews, von alten Sprechern.
Tim Gössler:
Ja, total. Ich kann das verstehen, gerade die Leute, die das so kennen und die damit aufgewachsen sind und groß geworden sind und vom Theater kommen. da ist das quasi eigentlich natürlich das, wofür du es gemacht hast, auch mit den Kollegen etwas erschaffen und so. ich kenne es nun jetzt schwerpunktmäßig so, dass man auch alleine für sich funktioniert und so, aber ich freue mich auch total, dass ich Gelegenheiten habe, live aufzutreten. Z.B. Darf ich bei der Lauscher Lounge gibt’s ja auch immer wieder Livehörpiele jetzt Anfang November dabei sein bei einer Live Tour zu Fitzeks Das Paket. Ah und da bin ich dann quasi auch mit ganz tollen Kollegen Santiago Ziesmer zum Beispiel Oder Peter Lontzek oder so darf ich dann auch auf der Bühne stehen. Habe ich natürlich auch irgendwie ein bisschen Bammel vor, muss ich ehrlich sagen. weil wenn man dann mit solchen Legenden da steht, denkt man sich auch ja, wer bin ich eigentlich und warum darf ich hier im Scheinwerferlicht stehen? Aber da freue ich mich total dann auch das Live Erlebnis und das Kollektiverlebnis zu haben, so auf der Bühne. Das macht mein Spaß. Glau, das glaube ich dir. Aber um die Frage zu beantworten, wir bin ich eigentlich, du bist einfach großartig. So bam. Danke schön.
Dominik:
und ich würde jetzt mal den Pokémon Block eröffnen mit dir. Ja, sehr gerne.
Dominik:
Gar nicht mal bei den Tonies landen, sondern zunächst erstmal ich hatte ja zu Beginn in der Anmoderation gesagt, Janne, ich habe ich habe dich angeschrieben. Ich habe dich aus dem aus dem Whocast gehört, wo du halt bei den Whocast Produktionen das ein oder andere gesprochen hast, das ein oder andere vertont hast und ich mir dachte, ach Mensch ja cool, der würde ja richtig gut als Professor Eich passen. Ich will mal ganz naiv fragen, wie war denn deine Perspektive, als denn dieser Typ dich da angefragt hat: „Hey, ich brauche ein Professor Eich für damals noch ein Intro. Damals gab ging’s ja noch gar nicht um ein Hörspiel, sondern wirklich nur um: „Hey, ich will so ein schrulliges Intro machen.“ Die Radiosendung mit Professor Eich und Marget aus Generation 2 aus den Spielen nachstellen und so, wo Professor Eich so halt seine Lines hat als kultiges Intro. Wie ging es dir damit, dass da der Domi Schmomi aus Berloni dich da angefragt hat?
Tim Gössler:
Also, ich fand es erstmal überhaupt nicht komisch, weil diese Erfahrung angeschrieben zu werden, hast du Bock auf dieses Projekt, habe ich ja schon durch das Hörspielprojekt zum Beispiel Ganz häufig gehabt. Da wurde man ja immer angehauen, hast du mal Lust und so. Deswegen ich war mir da auch nicht irgendwie zu fein, sozusagen, na ja, gut, aber wie viele Hörer hat er denn oder irgendwie? war mir gar nicht wichtig, sondern ich habe mich einfach gefreut. Cool, Pokémon und Professor Eich, na klar, voll geil. Also das war für mich einfach schön und ich dachte super, dass das jemand macht. Also ich will ja sowas auch hören. Ich will ja, dass es dass es sowas gibt und deswegen habe ich mich einfach gefreut. Also es war total schön, dass du mich gefragt hast.
Dominik:
Wir Millennials, Wir haben ja Pokémon von der Pike auf mitgenommen. Bist du halt eher einer von den Leuten, die gesagt haben: „Ey, Pokémon Generation 1 damals nehme ich mit. Hast du es überhaupt mitgenommen? bzw. Hat sie hat dich auf anderer Ebene privat noch weiter verfolgt. Wie ist so dein Pokémon-Hintergrund so privat?
Tim Gössler:
Ja, ich habe die rote und die blaue Edition rauf und runter gespielt, wobei ich nur eine so wirklich hatte und auch nur leiweise, also früher war es ein bisschen schwierig mit den mit den Pokémon spielen bei mir. Ich hatte nicht so viel Taschengeld zur Verfügung und dann habe ich das quasi mir immer ausgeliehen und so. Aber ich habe quasi die Gameboy Spiele gesuchtet und dann auch als dann die gelbe Edition kam, boah, das war schon ganz geil. Und dann gab es die Pokémon Karten, da habe ich auch so meine Paar gehabt und habe dann Pokémon im Fernsehen geguckt und irgendwie ja, den Pokémon Kinofilm auch gesehen und so. Und dann als die silberne und goldene Edition rauskam auf dem Gameboy, die konnte ich mir dann auch selber kaufen, das war geil. Und dann habe ich das viel gespielt, dann irgendwann Kristall, aber danach, als es dann so in Richtung DS langsam ging, hat’s mich so ein bisschen, was die Spiele angingen nach und nach nicht mehr so ganz gepackt. Also, ich habe die auch noch gespielt und ich habe hier auch noch ein Haufen Spiele, aber ich muss ganz ehrlich sagen, so die Switch Generation oder so überzeugt mich nicht mehr so richtig. deswegen bin ich auch eher so in den, sagen wir mal, 90ern, 2000ern hängen geblieben, was so meine Begeisterung angeht. Und wenn ich mir irgendwelches Merch kaufe oder so, dann sind das schon die alten Pokémon, die man da drauf sieht. aber ich spiele zum Beispiel Jeden Tag hier dieses Trading Card Spiel auf dem Handy. Also, es begleitet mich schon auch täglich auf diese Art und Weise.
Dominik:
War dir der Charakterprofessor eigentlich schon gewahrt und das war halt nicht irgendwie hey, da braucht halt jemand irgendeinen älteren Professor, sondern schon wirklich mit einer Orientierung, nein, ich spreche jetzt Professor Eich als Professor Eich.
Tim Gössler:
Ja, genau. Ich habe dann natürlich auch überlegt, na, welche welchen Synchronsprecher mache ich denn jetzt nach? So, aber habe mich dann, ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich es gemacht habe, aber ich habe schon was im Kopf gehabt und habe mir auch noch mal ein paar Folgen angeguckt und so, bevor ich das dann getan habe.
Dominik:
Geschichten eines Champions war dann durchaus mehr als so eine kurze Ansage. Das war wirklich das, also gerade hinten raus Geschichten eines Champions 3 habt ihr noch nicht gehört. Ist aber wirklich, also ich kenne ja die Performances von den Sprecherinnen und Sprechern. Ich gebe mir ganz viel Mühe, dass das Hörspiel so schnell es geht rauskommt. Aber es soll auch vernünftig sein, es soll auch cool sein, auch Spaß machen, und nicht halt irgendwie so dahin gekleistert, dahin geeditet, aber ich habe die ganzen Audiofiles schon gehört. Ich habe dein Audio gehört. es ist wirklich phänomenal. Und das ist halt wirklich sehr viel mehr als so eine kleine Ansage. Wie gingst du damit um, als du dann gemerkt hast, huch, der Professor Eich für den Dominik, das ist schon eine Sache, die mich jetzt immer wieder begleitet.
Tim Gössler:
ich finde das toll. Also, es macht mir einfach Spaß. ich habe dann tatsächlich die alten Aufnahmen, die ich damals gemacht habe, nicht noch mal angehört, weil ich dachte, ich mache jetzt einfach den Eich so, wie ich ihn gerade fühle. Musst du mir sagen, ob er quasi konsistent ist. Genau, aber das ist einfach immer wieder schön, weil es kommt jetzt ja auch nicht jede Woche irgendwie, dass du sagst, ah, ich bräuchte jetzt übrigens noch mal hier die Anrufansage oder kannst du mir noch mal mein Einkaufszettel vorlesen oder so als Eich, sondern es sind ja dann schon ordentliche Projekte und das habe ich dann schon auch ernst genommen, also als richtige Rolle und habe mir da Gedanken gemacht und hab es dann versucht so wie ich jede andere Hörspielproduktion auch betreue sozusagen dann ordentlich zu machen.
Dominik:
Und das war ja dann so ein bisschen für mich auch das Gefühl, ach krass, die Pokémon Company produziert jetzt eigenes exklusives inoffizielles Miauz Genau Merch, weil der Professor Eich aus Geschichten eines Champions ist jetzt Stadionsprecher, ist jetzt Kampf Kampfansagenprecher in den offiziellen Tonie Hörspiel, die Tonies 2026. Als ich das gesehen habe, dachte ich mir, ey, Tim ist sowieso immer krass, egal wo er ist. Und ich habe mir tatsächlich inzwischen, das muss ich ehrlich sagen, deine Performance angehört bei den Tonies. Ich habe Mitte und Wege gefunden, das zu tun. Ich habe dir Tonies ausgeliehen. Wie ging das denn von Statten? Du hast ja schon so ein bisschen erzählt, das Casting, dass du da angefragt wurdest und so, aber wie kann man sich das vorstellen? Wurden die Tonies genauso aufgenommen wie alle anderen Hörspielprojekte aus deiner Sparte auch oder gab’s da irgendwelche Unterschiede, irgendwelche signifikanten Dinge, die anders sind? irgendwas, wo du sagst: „Hey, das ist jetzt die Tonie Produktion und das spürt man auch.“
Tim Gössler:
also grundsätzlich war es schon sehr ähnlich wie andere Produktionen auch. ich kann gleich noch was zu dem speziellen sagen, aber ich kann ja erstmal sagen, wie so eine Hörspielproduktion überhaupt abläuft. Also, nachdem die Anfrage kam, habe ich dann auch irgendwann ein Skript bekommen und natürlich mit der Bitte alles vertraulich und so, Also, ich darf jetzt auch vorher ab nicht erzählen, deswegen habe ich es erst, als es raus war, so auch verraten offiziell, weil mein Name dann da stand, dann kann ich auch sagen. aber ist natürlich schon irgendwas geheimes, was man macht. Das ist jetzt was anderes als bei keine Ahnung Produktionen, die jetzt nicht so geheim sind. Keine Ahnung, fällt mir jetzt kein gutes Beispiel ein. und dann habe ich einen Termin gehabt, wo ich hingegangen bin und das war so für 3 Stunden ungefähr angesetzt. Haben gesagt, kommst du für 3 Stunden und dann kriegen wir das hin. Und wo die wahrscheinlich haben die nicht damit gerechnet, dass ich mich so gut in der Materie auskenne, weil der Regisseur war dann so ein bisschen okay, ja, das nehmen wir so, machen wir so. Und dann habe ich halt in einen nach dem anderen sozusagen in meinem Hörspielscript durchgemacht und der wusste hat dann gemerkt, okay, er weiß ganz genau, was er macht und er kennt die Pokémon, er weiß, wie die Attacken heißen und so. Deswegen ging das sehr schnell und dann war ich innerhalb von einer Stunde fertig und nicht in drei. das war dann ganz schön, aber grundsätzlich war es dann quasi insofern ein bisschen anders als andere Hörspielproduktion, weil als es dann doch noch mal Retakes gab, also Nachaufnahmen, bin ich dann noch mal gekommen und dann waren wirklich Leute von der Pokémon Company zugeschaltet. Also, die ersten Aufnahmen waren quasi so mehr oder weniger ganz normal mit Regisseur und Aufnahmetechnikerin und dann plötzlich war da waren da Leute aus Amerika dabei. einer hat Deutsch gesprochen, einer nur Englisch und dann habe ich schon so gedacht, oh was habe ich denn jetzt falsch gemacht? Was wollen die jetzt so?, aber irgendwie, ich weiß bis heute nicht genau, warum die dabei waren, weil die haben dann nichts mehr gesagt. es ging nur darum, dass wir die präziser Attacken, also ich sollte nicht sagen die Aquaknarre-Attacke stand da vorher, sondern nur noch Aquaknarre. So, also solche Sachen muss ich dann sagen, dass es irgendwie ja und dann kommt seine Blubstrahlattacke, woer dann und dann kommt sein Blubbstrahl und das haben wir halt noch mal so gemacht und das war sozusagen das einzige, aber es ist quasi offiziell abgesegnet von der Pokémon Company, was ich da gemacht habe. Also von daher ist es schon so ein richtiges Pokémon Produkt. Die haben sich das ganz genau angehört und dann Anmerkung gemacht.
Dominik:
Was ist so deine Einschätzung ohne dich jetzt da irgendwie, du musst jetzt nicht aus dem Nähkästchen plaudern und dich in juristische Schwierigkeiten bringen, aber glaubst du, es wird noch mehr solche Hörspiele geben von den Tonies mit Pokémon oder glaubst du, das war jetzt so eine einmalige Geschichte zum 30-jährigen Jubiläum?
Tim Gössler:
Also, was ich sagen kann ist, dass alles, was gut läuft auch fortgesetzt wird. Das ist auch bei den Tonies so. Wenn es ein Erfolg ist, dann werden die wahrscheinlich auch noch mal darüber nachdenken, das weiterzumachen. Pokémon war nun ein großer Erfolg und gab dann auch irgendwie Ängste, ob man dann noch genug kriegt, ob das ausverkauft ist und so. Na ja, bei Pokémon haben sie schon ordentlich produziert, also da braucht keiner Sorge haben. das Ding ist, dass die Vorlaufzeiten sehr lang sind. Also, ihr müsst jetzt nicht damit rechnen, falls was Neues kommt. Ich weiß tatsächlich nichts. Also, ich wurde auch nicht noch nicht gefragt oder so, aber wenn jetzt was käme, würde das noch eine Weile dauern, weil die Aufnahmen, die ich gemacht habe, die sind auch schon ein bisschen was her. Also, es braucht dann, bis es produziert ist und so. Das heißt, selbst wenn es sehr gut läuft, wird es nicht direkt jetzt nächstes Jahr was Neues geben, würde ich nicht denken.
Dominik:
Wo du sagst, die Aufnahmen sind schon eine Weile her, wann waren die denn? Magst du da, also kannst du da irgendwie so ein bisschen Licht ins Dunkel geben oder ist das ist das schon zu viel Bruch mit vertraglichen?
Tim Gössler:
Nee, also es war ungefähr Anfang des Jahres, so kann ich sagen. Ja.
Dominik:
Gibt’s da irgendwie sowas in der Richtung, dass du dann auch die Tonies dann mit nach Hause genommen hast alle samt?
Tim Gössler:
Ah, das wäre natürlich toll gewesen. Nee, leider nicht. Also ich habe da mir die tatsächlich selber gekauft, auch nicht nur, also nicht für mich, sondern ich habe zum Glück eine Nichte, der kann man das dann schenken, so dass es dass ich das kaufen kann und nicht nur für mich besorge. aber leider kriege ich tatsächlich bei den allermeisten Produktionen keine Belegexemplare mehr. ich glaube es viel wäre dann auch digital. Also wahrscheinlich würde dann die Pokémon Company oder Tonie sagen, hier unter dem Link kannst du reinhören. Ah, okay. Okay. So. Ja, ist leider ist leider häufig so. Also die, dass man noch DVDs oder sowas kriegt, habe ich nicht mehr erlebt. Auch bei Filmen, wo ich die Hauptrolle gesprochen habe oder so, habe ich auch ich durfte mir den dann angucken vorab oder so, aber es war dann eher so vom Studio, dass die gesagt haben: „Ey, es war doch eine tolle Erfahrung. Wir treffen uns noch mal, dann gucken wir das vorab.“ Aber man kriegt jetzt nicht noch mal ein Dankeschön nach Hause und eine Packung Messie und die neueste Ausgabe von keine Ahnung was. Leider nicht.
Dominik:
Schade. Gegönnt hätte ich es dir. Gegönnt hätte ich es dir, wenn du so jetzt im Abschluss in die Zukunft blickst, was du dir wünscht, was du vielleicht auch an, es gibt ja auch gerade was die Kunst des Sprechens, da gibt’s auch gerade was KI angeht, das ein oder andere Thema, was die ganze Szene durchwühlt, wo vielleicht manchmal Lichtblicke sind und dann gibt’s da den einen oder anderen nächsten Skandal oder gibt’s da irgendwelche Dinge, die du dir für dein berufliches Umfeld wünscht bzw. Auch für dich? irgendwelche Rollen, die du dir wünscht, irgendwelche Dinge, die sich ändern müssten, wie du in die Zukunft blickst, ganz allgemein. Was schwebt dir vor so in den nächsten Jahren? Was hast du für Hoffnungen? Was hast du für Ängste, was hast du für Wünsche?
Tim Gössler:
Es gibt natürlich bestimmt unendlich viele Rollen, die ich gerne noch sprechen würde. keine Ahnung, Batman oder so. Wäre wahrscheinlich auch noch mal ganz cool irgendwie zu machen, aber was ich mir am meisten wünsche, ist eigentlich, dass die Menschen, für die wir das tun, also das Publikum, ihr, die ihr das hört, dass die nicht die Faszination und die Liebe verlieren zu echten menschengemachten Sachen. Also, dass es nicht egal ist, ob die Geschichte von dem Menschen erzählt wird oder von der Maschine, dass Gefühle tatsächlich auch etwas bleiben, was Menschen vorbehalten bleibt, also nicht gefaked wird durch irgendwelche Algorithmen, sondern dass man sagt, das ist eine menschliche Geschichte, die wollen wir von Menschen für Menschen haben. Und solange das da ist und solange diese Liebe dazu noch existiert bei den Menschen, mache ich mir wenig Sorgen. Natürlich mache ich mir natürlich schon meine Gedanken und habe jetzt auch manchmal Momente, wo ich denke, kann ich meinen Beruf so wie ich ihn jetzt liebe und ausübe noch machen, bis ich in Rente gehe oder so. Das bin ich mir nicht immer ganz sicher, aber ich glaube schon, dass wenn alles so ist, wie ich das hoffe, dass Menschen sind so, also ich hoffe einfach, dass Menschen wollen, die ihn Geschichten erzählen und dass man nicht sagt, das ist uns alles scheißegal, das kann jetzt die Maschine machen. Ich brauche auch keine echte Musik mehr. Ich will einfach nur noch hier, ich sag dir, mach mal sowas in der Richtung wie das und dann macht er mir das und das passt dann schon, sondern ich will etwas dahinter wissen. Ich möchte da einen künstlerischen Prozess, echte Gedanken, echte Gefühle und sowas haben. Solange das da ist, wird es hoffentlich immer eine Möglichkeit geben, das zu machen. Selbst wenn mein Berufsfeld kleiner wird, also weniger Geschichten produziert werden, weniger Bücher, weniger synchron oder anders, wenn sich das wandelt. Ich erzähle auch gerne Live Geschichten, habe ich ja schon gesagt, also wenn ich dann mehr Live mache oder so, ist das auch schön, aber ich hoffe einfach, dass das Publikum und die Menschen sagen, wir lieben Geschichten von Menschen und dass das so bleibt. Das ist mein größter Wunsch.
