„Doctor Who“-Interview mit Dominik in Textform
Am 2. November 2019 war ich in Whocast #397 „Dem deutschen Fane“ bei Raphael zu Gast. Neben „Miauz Genau!“ hatte ich mehrere Jahre lang verschiedene Bonusfeatures für die deutschen Doctor-Who-DVDs und Blu-rays von Pandastorm Pictures produziert. Das Gespräch entstand kurz nach der fünften TimeLash (die deutsche Doctor Who Convention) und beleuchtet die damalige Arbeit an den aufgenommen Interviews usw etwas näher. Wir sprechen unter anderem über die Produktion von Interviews und anderem Bonusmaterial, die Dreharbeiten auf der Convention sowie über bereits veröffentlichte und damals noch geplante Extras.
Auf dieser Seite findet ihr unser Gespräch als redaktionell aufbereitetes Transkript zum Nachlesen. Die ursprüngliche Whocast-Folge enthält zusätzlich separat produzierte Interviews mit Dan Starkey und Carole Ann Ford. Diese Einspieler sind in der Textfassung nicht enthalten, die sich auf das eigentliche Gespräch zwischen Raphael und mir konzentriert.
Interview öffnen
Raphael:
Heute bin ich wieder über die Magie der Technik verbunden, diesmal mit der Hauptstadt Berlin, und da begrüße ich Dominik. Hallo.
Dominik:
Hallo, ich grüß dich.
Raphael:
Für die Leute, die sich jetzt fragen: „Dominik sagt mir nichts.“ Der könnte euch etwas sagen, wenn ihr ein paar der deutschen Releases mal genauer angeguckt habt, weil theoretisch findet man deinen Namen in jedem der neueren deutschen Releases an der einen oder anderen Stelle zumindest.
Dominik:
Das könnte man so sagen, ja.
Raphael:
Wenn ihr jetzt sagt: „Nee, die kann ich mir nicht leisten, ich gucke Doctor Who eh nur im englischen Original und überhaupt“, dann könntet ihr ihn kennen, wenn ihr Pokémon-Fans seid und Podcasts hört, denn du hast seit mittlerweile gut einem Jahr, anderthalb Jahren deinen eigenen Podcast zum Thema, nämlich Miauz Genau.
Dominik:
Genau, Miauz Genau, Pokémon-Podcast.
Raphael:
Ich dachte erst, der „Kamehameha“-Podcast wäre der mit dem kuriosesten Namen so in meinem Dunstkreis, aber das hat Miauz Genau getoppt, tatsächlich. Du hast mir mal grob erzählt, worauf es beruht. Ich habe es aber, glaube ich, wieder verdrängt. Es ist irgendein Katzen-Pokémon, aber warum genau?
Dominik:
Ja, also basieren tut das auf der Aussage „Miauz, genau!“, die Pokémon schon seit Ewigkeiten, seit Anfang an der Serie begleitet. Und die Aussage kommt vom guten Mauzi, das quasi so eine Antagonistenrolle spielt. Vom Pacing her, vom Aufbau von Pokémon ist das so ein bisschen der Tom, wenn Pikachu dann Jerry wäre. Also das Katz-und-Maus-Prinzip ist da in der Serie so ein bisschen durch die beiden repräsentiert. Und Mauzi hat den Knackpunkt, und das soll jetzt nicht zum Pokémon-Podcast werden, also für alle, die jetzt sagen: „Oh mein Gott“, aber nur grob umrissen: Mauzi hat halt den Knackpunkt, dass es als eines der wenigen Pokémon sprechen kann, und das fanden wir damals sehr bezeichnend für den Podcast, der so ein bisschen als Audio-Medium, Dolmetscher, als Vermittler irgendwie in dem Pokémon-Fandom agieren soll.
Raphael:
Ah, okay. Ja, kann ich tatsächlich nachvollziehen. Und ich erinnere mich, glaube ich, ganz dunkel an die paar Male, wo ich auf RTL II oder so in eine entsprechende Folge reingezappt bin. Das war auch das, was immer so eine Baddie-Synchronstimme hatte, oder?
Dominik:
Na ja, Mauzi wird gesprochen von Gerhard Acktun. Eine Baddie-Synchronstimme, also es ist halt eine sehr spezielle eigene, fast schon fiepsige Stimme. Eher so ein bisschen …
Raphael:
Ja, genau. Ganz das meine ich, so die Zeichentrick-Bösewichtstimme. Aber dann ist das geklärt. Und die Leute, die weder Pokémon kennen noch die deutschen Releases im Regal stehen haben, die könnten dir auf der TimeLash begegnet sein. Aber nur in ganz kurzen Momenten, denn die wievielte TimeLash war das jetzt, auf der du warst?
Dominik:
Tatsächlich die fünfte. Also ich bin seit der allerersten TimeLash dabei, und von Jahr zu Jahr wird meine Anwesenheit auf der Convention selbst immer weniger, gefühlt.
Raphael:
Ich wollte nämlich gerade sagen, du bist ja theoretisch weggesperrt oben im Raum im Nebengebäude und nimmst da mit einem kleinen Trüppchen zumindest dieses Jahr sehr viel auf. Letztes Jahr, ich weiß nicht, wie war es das Jahr davor? Habt ihr da auch schon irgendwas gemacht? Ich habe da meine eigene Timeline nicht so komplett.
Dominik:
Also letztes Jahr haben wir sehr, sehr viel gemacht. Dieses Jahr ist es sogar noch ein kleines Stückchen weniger geworden, auch wenn es minimal ist. Aber letztes Jahr war es schon sehr stark an Interviews mit McCoy und Sophie und Co.
Raphael:
Genau. Ich glaube, ich habe das gerade nicht explizit gesagt und möchte es an dieser Stelle noch mal wiederholen, denn ihr nutzt die TimeLash, um Sachen für die deutschen Releases aufzuzeichnen, in Form von Interviews, von Gesprächen. Wenn ich selber so ein bisschen zurückblicke, hat das relativ klein angefangen, in Anführungszeichen, mit einer oder zwei Kameras, mit ein oder zwei Lichtern, mit einer Stellwand. Ich war ja dieses Mal tatsächlich auch wieder auf der TimeLash und war auch, weil ihr Harald für eines dieser Interviews verwurstet habt, oben. Und mittlerweile sind das gefühlt 17 Stellwände, 23 Beleuchtungselemente, 17 Kameras und 23 Helfer. Also es ist eine Menge los da oben. Darum wollte ich generell mal fragen: Wie sah deine TimeLash aus? Wie viel Zeit hattest du überhaupt außerhalb dieses Raumes und was habt ihr in diesem Raum so getrieben?
Dominik:
Auf der TimeLash selbst hatten wir dieses Jahr tatsächlich einige Pausen mit eingeplant, was wir im Vergleich zum Jahr davor eher weniger hatten. Ich hätte beinahe gesagt: so gut wie nicht. Du wirst lachen, letztes Jahr war es halt so, dass ich faktisch kaum was zu essen hatte und ohne die Hilfe von manchen Leuten, die sich irgendwas von der Crew gesnackt und hochgebracht haben, wäre ich da wahrscheinlich irgendwie verhungert an dem Wochenende. Das Pensum ist halt sehr, sehr straff, aber alles für den Doktor, nach dem Motto. In diesem Sinne hatten wir dieses Jahr viel, viel mehr Zeit, und da ging dann der eine oder andere Schlenker auch noch mal über die Convention selbst. Und in dem Raum, das „wir“ ist keine schizophren gespaltene Persönlichkeit von mir, sondern das sind Ina, Helfer wie Ramona, wie Lukas und so weiter, die das ganze Konstrukt zusammenhalten, in dessen Rahmen wir dann Interviews von den Stargästen filmen. Das ist halt vorher geplant und abgesprochen, je nachdem, wann ein Panel ist, wann Photoshoots sind und wann dann tatsächlich Zeit ist, den Stargast zu holen. Dann gibt es verschiedene Interviews der Reihe nach und, je nachdem, wann die Stargäste Zeit haben, mal mit mehr oder weniger Zwischenraum. Da entstehen ganz kuriose Bonusfeatures, ganz interessante Features und Zwiegespräche.
Raphael:
Das wollte ich nämlich gerade fragen. Für die Leute, die sagen: „Oh, klingt interessant.“ Ich habe es tatsächlich auch nicht parat, weil ich die Sachen irgendwie immer mal direkt sehe und dann wandern die ins Regal. Ist schon irgendwas von den entsprechenden Features veröffentlicht worden, und wenn ja, auf welchem der vielen Releases? Das ist mittlerweile doch etwas unübersichtlich, was wir rein massenmäßig schon im Regal stehen haben auf Deutsch.
Dominik:
Also es sind fast alle Sachen, die wir vor zwei Jahren, auf der TimeLash 3, gefilmt haben, veröffentlicht. Eine Sache steht noch aus, da breite ich auch mal gerade den Mantel des Schweigens darüber aus, was das genau ist. Ganz generell lohnt es sich, um diesen Mantel des Schweigens zu durchbrechen, im Zweifelsfall immer, ein ganz genaues Auge auf die Booklets zu haben, was da genau aufgelistet ist. Ein Großteil von der TimeLash 3 ist veröffentlicht. Leider ist, weil wir dort viele technische Schwierigkeiten hatten, halt nur dieses Material vorhanden und nichts von der TimeLash 4. Aber „Erinnerungen an Erdstoß“ und „Erinnerungen an Castrovalva“ sind auf den jeweiligen Blu-ray-Releases. Dann, lass mich nicht lügen, ich glaube, Feuerplanet, „Der deutsche Doktor“, war ein Featurette. Nee, nicht Featurette. Ein Interview mit … oder nee, war doch ein Featurette, weil wir auch Peter Davison dazu hatten, über die deutsche Synchro. Und wir haben, ich weiß aber gar nicht mehr, wo das drauf war, einen Ausschnitt vom Synchronpanel, wo Michael Schwarzmaier ein paar Fragen aus dem Publikum beantwortet.
Raphael:
Ich finde, es ist mittlerweile auch eine ganze Menge geworden, so schön es auch ist. Wir bräuchten langsam unseren eigenen Extra-Guide. Im Britischen gibt es ja so was, dass du ein schönes dickes Buch hast, wo jedes Extra aller Veröffentlichungen von Doctor Who auf DVD erklärt und indexiert ist. Das könnten wir so langsam im Deutschen mal anfangen, finde ich.
Dominik:
Ja, vor allem mit dem, was da kommt. Ich habe ja gesagt, leider ist halt nur was von der TimeLash 3 da. Neuer Bonus ist immer cool, aber wir hatten da viele technische Schwierigkeiten, und man sieht dem Material schon ein bisschen an, dass es sehr stark gerettet wurde. Alles, was auf der TimeLash 4 und jetzt auch TimeLash 5 gedreht wurde, ist natürlich in viel, viel besserer Qualität vorhanden, weil da alles viel valider und viel runder lief.
Raphael:
Und weil ihr, glaube ich, sowohl du als auch Ina, eine ganze Menge Hardware nachgekauft habt, oder?
Dominik:
Ja, durchaus. Die gute Ina macht da einen sehr, sehr tollen Job, sowohl als Coproducerin als auch als Organisationsmensch. Ich will mich da gar nicht zu sehr selbst in den Vordergrund stellen. Die Bonusfeatures entstehen auf jeden Fall aus der Synergie dieses Teamworks aus Ina und mir. Ina ist in einem sehr organisatorischen Rahmen sehr, sehr stark und ich in einem sehr kreativen und technischen Rahmen, und da ergänzt man sich dann auch sehr gut.
Raphael:
Gerade das Organisatorische habe ich ja gesehen. Das war ein straffes Programm da oben in der halben Stunde, die ich zugesehen habe, als Harald Matthew Waterhouse interviewt hat. Und wo du technische Schwierigkeiten sagst, auch da erinnere ich mich ganz dunkel an eine Geschichte: Musstest du nicht das Hemd von irgendwem umfärben, weil es sonst irgendwie mit dem Greenscreen kollidiert wäre? Das ist so die Geschichte, die mir am meisten davon im Gedächtnis geblieben ist, wo ich dachte: Oh ja, das ist bestimmt ein spaßiger Nachmittag, da Robert Shearman von Grau auf Grün umzufärben oder umgekehrt. Das war doch irgendwie so die Quintessenz des Ganzen, oder?
Dominik:
Das waren sogar witzigerweise zwei Hemden. Einmal Peter Davison, der ein hellgrünes Hemd hatte, was das weniger große Problem war, weil ich es einfach auf Hellblau umgefärbt habe. Aber bei Robert Shearman hatten wir so starke technische Schwierigkeiten, dass ich ihm quasi manuell Frame für Frame die Schulter ranbauen musste, über eine Maske hinweg, weil sonst das Keying einfach komplett versagt hätte. Nach der TimeLash 3 dachten wir uns: Okay, haben wir dann irgendwelche Notfall-Kits immer parat, um den Stargästen das überzustülpen. Von wegen: „Hey, falls du Grün trägst, zieh bitte diesen Sack über. Danke schön.“
Raphael:
Ziehen wir den Kartoffelsack über. Alternativ als Ersatz statt Greenscreen den Bluescreen anzukarren, ist nicht praktikabel wegen der TARDIS und Co.?
Dominik:
Ja. Blautöne und so in Doctor Who sind halt immer so eine Sache. Von daher ist der Greenscreen, glaube ich, schon auf lange Sicht das Instrument der Wahl.
Raphael:
Ganz kurz, ich weiß, du darfst da nicht so viel drüber sagen, aber von den Sachen, die ihr auf dieser TimeLash oben in diesem Kämmerchen getrieben habt, was war so das, wo du sagst: „Ach ja, das hat mir persönlich am meisten Spaß gemacht“, oder: „Das ist so das, worauf sich die Leute am meisten freuen können“? Ich habe ja nur das Zwiegespräch zwischen Harald und Matthew Waterhouse gesehen, was ich sehr cool fand, muss ich sagen. Ich hätte mir das tatsächlich nicht so locker zum Teil vorgestellt, weil wirklich sehr viel mehr kam, als ich gedacht habe. Es war dann immer so eine Frage, und ich dachte, Matthew wäre fertig, holte dann noch mal Luft und setzte nach, gefühlt eine Minute nach jeder Frage. Ich fand es sehr lebendig und sehr schön. Gibt es da ein, zwei Sachen, über die du reden darfst oder magst, wo du sagst: Das fand ich auch total großartig, derjenige oder diejenige hat sich ganz anders verhalten, als wir es eigentlich gedacht haben?
Dominik:
Na ja, man kann anhand von den Stargästen, die auf der TimeLash waren, auch eins und eins zusammenzählen. Von daher sind das keine so großen Geheimnisse.
Raphael:
Ja, aber wenn du jetzt sagst, das nackte Ringen zwischen Carole Ann Ford und Dan Starkey, was wir als Bonus aufnehmen durften, das war ziemlich aufregend, darf aber nicht veröffentlicht werden …
Dominik:
Na ja, auf jeden Fall fand ich die komplette Companion-Reihe vom fünften Doktor sehr, sehr spannend, in allem, was sie erzählt haben. Jessica Martin hatten wir auch, Dan Starkey hatten wir halt auch, und es war sehr, sehr spannend, mit welchem Setting jeder Stargast quasi in ein Interview reingeht. Manche haben sich ein bisschen in ihre stereotype Rolle reingedacht, manche sind da komplett rausgegangen und haben quasi als sie selbst geantwortet. Dieses Wechselspiel innerhalb dieser Companion-Reihe und darüber hinaus war spannend zu beobachten. Was auch interessant war, war Peter Davison, den wir auf der TimeLash 3 schon interviewt haben, weil das quasi unser erstes großes Interview war. Zwei Jahre später ein ähnliches Interview zu führen und zu gucken: Okay, wie antwortet er auf ähnliche Fragen? Gibt es da ein festes Portfolio an Antworten, das er immer und immer wieder wiedergibt, oder gibt es Varianten innerhalb seiner Antworten?
Raphael:
Ich würde fast einen Tipp abgeben wollen und sagen, dass der sich relativ eng an sein Skript hält, an sein internes. Oder hat er euch tatsächlich überrascht, indem er irgendwo komplett abgewichen ist oder gesagt hat: „Nee, ich habe jetzt zwei Jahre drüber nachgedacht, der weibliche Doktor ist doch wieder kacke“?
Dominik:
Nee, tatsächlich waren die Antworten wie erwartet recht ähnlich. Aber auch generell innerhalb dieses Peter-Davison-Interviews sind mir einige Callbacks zur TimeLash 3 gekommen, und ich dachte mir auch: Davison, den holen wir ein drittes Mal nicht.
Raphael:
Na ja, wobei wir ihn jetzt durch die Reise, die er mit seinen Companions für das eigene BBC-Extra gemacht hat, quasi einmal in normaler Kleidung und einmal in piekfeiner Kleidung haben. Von daher ist das auch noch mal ein optischer Mehrwert. Praktisch wie die Actionfiguren unter JNT.
Dominik:
Ja, wir sammeln unsere Davisons.
Raphael:
Wir haben ja auch Interviews geführt, und ich schmeiße einfach mal das erste in den Raum, und zwar das mit Dan Starkey. Ich weiß nicht, wie es bei euch war. Als ich das Interview gehört habe, ich habe es ja nicht geführt, hatte ich im ersten Moment den Eindruck, dass ich die Vorspultaste in meinem Audioprogramm gedrückt hätte. Der Mensch redet ja so furchtbar schnell. War das bei euch genauso?
Dominik:
Oh ja. Wir hatten ja auf der TimeLash 3 auch Toby Hadoke, und uns sind da viele Parallelen zwischen den beiden aufgefallen, auch vom Bart und so weiter, aber auch vom Habitus. Der Mann ist ein Wasserfall.
Raphael:
Wie gesagt, Dan Starkey war generell jemand, der mich, wie viele Gäste auf dieser TimeLash, total überrascht hat, weil ich im Vorfeld ganz andere Sachen erwartet habe. Ich weiß, du hast viele Gäste ja nur oben bei dir in dem Raum gehabt, aber auch bei dem, was du von der TimeLash gesehen hast: Inwieweit gingen bei dir die Wahrnehmung vorher und das, was dann wirklich auf der TimeLash passiert ist, auseinander? Bei mir war das nämlich ein ganz, ganz weiter Unterschied, weil ich dachte: Ja, die Gäste, interessant, aber jetzt nicht so der Bringer, das wird bestimmt ganz gemütlich. Aber einige haben mich wirklich komplett überrascht. Wie war das bei dir? Was hast du im Vorfeld von der TimeLash erwartet und was hat sie dir dann tatsächlich gebracht?
Dominik:
Von der TimeLash an sich habe ich quasi ein ähnliches Programm wie zuvor erwartet, und ich bin dann doch immer wieder überrascht, wie unterschiedlich die TimeLash Jahr für Jahr nuanciert ist, auch durch die Stargäste. Von Dan Starkey selbst habe ich auch relativ wenig erwartet, so sein Standard-Strax-Programm und Sontaraner und so weiter. Aber als er dann in dem Interview ausgeholt hat und groß zum Beispiel den Other erwähnt hat, der quasi eine Kernfigur vom Cartmel Masterplan ist, dachte man sich schon: Okay, das ist wirklich ein Doctor-Who-Fan. Das ist wirklich ein Fan, der sich auch tiefer mit der Materie befasst. So gab es halt immer wieder kleine Momente bei den Leuten, die wir da hatten, bis hin zu Carole Ann Ford, die wir auch als Interview hatten, wo es dann so kleine Nuancen gab. Da wird immer wieder diese Erwartung gebrochen von dem, was man eigentlich glaubt, was dieser Stargast ist, auch in Interviews repräsentiert.
Raphael:
Da schließe ich mich gerade bei Carole Ann Ford total an, weil man im Vorfeld gerade aus Großbritannien oft hörte: „Oh, die ist zickig, die ist schwierig, ist eine Diva“ und so. Bei uns im Interview war sie total anders als erwartet, hat sich wirklich auch Zeit genommen. Sie war selber, glaube ich, nicht so gut beisammen, und ich persönlich bin ihr am Montagmorgen noch beim Frühstück über den Weg gelaufen. Das war auch ganz anders. Auch in den Panels, die ich halb mitbekommen habe, war sie ganz anders als erwartet, weil es im Vorfeld wirklich hieß: schwierig, zickig und so. Ich glaube, das ist auch ein bisschen darauf zurückzuführen, dass die TimeLash so eine angenehme Con für die Stargäste ist, dass die da sind und sagen: „Okay, hier fühle ich mich geborgen, fühle ich mich wohl. Da muss ich nicht meinen dicken Panzer anziehen und links und rechts austeilen, damit ich mir ein bisschen Freiraum und Ruhe erkämpfe.“ Ich glaube, die fühlen sich einfach wohl, und ich finde, das reflektierte sich total in vielen Panels und den Interviews. Ich denke, das wird bei euch oben auch nicht anders gewesen sein. Wenn du da durch eine Comic-Con durchgepeitscht wirst und dann noch am Rande ein Interview geben musst oder so, dann gehst du da auch ganz anders dran als auf so einem kleinen gemütlichen Event.
Dominik:
Wobei es gerade bei Carole Ann Ford spannend ist. Mir ging es so, dass ich erst am Ende bei der Closing Ceremony erfahren habe, dass sie sich verletzt hatte. Ich glaube, am Samstag. Irgendwie ist sie eine Treppe runtergestürzt. Das hätte ganz schlimm ausgehen können. Ich habe ihr davon nichts angemerkt. Der Interviewraum ist ja mit dem Hochgehen einer Treppe verbunden. Man muss ein bisschen das Gelände verlassen, dann wieder zur Tür rein. Auch im Interview selbst wirkte sie normal, fröhlich, gelassen, guter Dinge. Ich hätte ihr nie angemerkt, wir hätten ihr nie angemerkt, dass sie da irgendeine Treppe im Hotel oder so runtergestürzt wäre.
Raphael:
Ebenso. Da muss ich tatsächlich auch mehrere Gäste sehr lobend erwähnen. Ich weiß, dass vorher Sophia Myles auch persönlich einige Probleme hatte. Sie hat ja auch im Panel angesprochen, dass sie generell krankheitlich belastet ist, und auch im privaten Bereich ereignete sich über die Tage noch etwas. Da ist sie nach außen hin professionell geblieben, was ich nicht gedacht hätte. Das wäre durchaus etwas gewesen, wo ich viele Leute bereits einen Tag früher hätte abreisen sehen. Da fand ich es löblich, wenn man das so hart durchzieht. Und bei Carole Ann Ford ebenfalls. Ich persönlich hätte vermutlich den Sturz nicht so gut weggesteckt, wenn ich irgendwie vier Stufen nach unten gestürzt wäre, an Ralf vorbei. Gab es irgendwelche Panels, mal abgesehen von unserem einen, das du gefilmt hast, die du dir aktiv angeguckt hast, wo du tatsächlich wie ein normaler Besucher einfach da gesessen und gesagt hast: „Boah, cool, gucke ich mir an, finde ich total interessant“? Oder sind die so komplett an dir vorübergegangen?
Dominik:
Was ich jedes Jahr seit drei Jahren schaffe, ist, mir die Opening Ceremony anzuschauen und da sehr viel Freude mitzunehmen. Hey, ja, die Stars, los, erzählt mir irgendwas. Das ist eine Opening Ceremony, aber ein bisschen Input, weil ich den sonst an anderer Stelle verpasse. Normale Panels leider nur so ausschnittsweise. Ich muss halt auch immer straff kalkulieren, oder wir müssen immer straff kalkulieren: An welcher Stelle geht man jetzt über den Händlerraum, guckt nach Angeboten, die auf der TimeLash sehr, sehr verlockend sind, gerade hinsichtlich Big Finish und Co.? Oder geht man jetzt in ein Panel? Oder nutzt man die Zeit, um einfach mit einer Person zu reden, in einem Setting, wo man die Person normalerweise nicht sieht? Auch generell persönlich, man sieht ja viele Leute halt eher online. Von daher die Panels selbst eher nur in Streifzügen, in Streiflichtern. Hier und da mal reingeschnappt, aber große Panels habe ich mir nicht voll gegeben.
Raphael:
Kann ich vollkommen verstehen. Es ist ja mittlerweile, was heißt mittlerweile, es war schon immer so für den harten Kern, aber ich glaube, selbst für die, die mit dem Fandom nicht so eng verwoben sind, ist es, wenn man regelmäßig auf die Con geht, mittlerweile tatsächlich eher ein Treffen von Bekannten und Freunden, die man unter Umständen ein Jahr gar nicht mehr gesehen hat. Geht mir da auch relativ ähnlich. Wenn ich die Wahl habe, draußen lieber eine halbe Stunde zu quatschen oder mich in den Panelraum zu setzen, ist es in der Regel dann auch eher das Draußenquatschen. Wenn du viele Wünsche frei hättest für die nächste Con, insofern der Rahmen es zulässt, dass du auch die Filmerei oben mal ein bisschen beiseite lassen könntest, ich nehme mal an, ihr werdet ein ähnlich straffes Programm haben wie dieses Jahr, aber in den Pausen dazwischen: Was würdest du dir für dich persönlich für die Con wünschen? Ganz davon ab, dass du sagst: „Okay, es wäre cool, wenn wir den für ein Interview kriegen könnten.“ Kannst du natürlich auch gerne nachschieben. Aber für dich persönlich, dass du sagst: „Nee, da würde ich mich in den Panelraum setzen, da würde ich mich auch für ein Foto anstellen“, oder: „Das fände ich generell für die TimeLash mal super.“ Gibt es da irgendwelche Sachen, wo du sagst, das wäre mein Herzenswunsch?
Dominik:
Bei den beiden Punkten „Das wäre für mich persönlich toll“ und „Das wäre für die TimeLash großartig“ gehen teilweise Welten auseinander. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn man Lawrence Miles auf die TimeLash bekäme.
Raphael:
Danach war der Saal leer, er hat alle beleidigt, alle sind nach Hause gefahren.
Dominik:
Ja, aber ich bin da und jubel. Ganz generell würde ich mir, glaube ich, für die TimeLash mehr Abwechslung wünschen. In den vorherigen Jahren war es ja so, dass man gut geguckt hat, dass dieses Verhältnis zwischen vor der Kamera und hinter der Kamera durchaus gewahrt bleibt, dass man einen Regisseur hat, dass man jemanden aus Big Finish, der wirklich nur bei Big Finish mitspricht oder mitspielt, da hat. Dieses Jahr war es schon sehr, ich sag mal, schauspielerlastig, neben der Prägung des fünften Doktors, was ja auch durchaus seinen Reiz hat, da so ein Paket zu schnüren, was man ja vorher auch mit dem siebten Doktor auf der TimeLash 4 gemacht hat. Aber trotzdem wirkte es vorher ein bisschen durchmischter. Da war ein bisschen mehr Variabilität drin, auch in der Zielgruppenführung. Ich glaube, dass viele Leute, die nicht unbedingt mit den Themen fünfter Doktor und vor der Kamera etwas anfangen konnten, schon eher gedacht haben: Lohnt sich jetzt ein TimeLash-Ticket? Schwierig. Von daher glaube ich, wenn man sich breiter aufstellt und dann einen Regisseur hier … War nicht Gareth Roberts irgendwann mal angekündigt?
Raphael:
Der war nicht nur angekündigt, der war angekündigt und sollte auch kommen, aber der hat in letzter Minute abgesagt. Mittlerweile ist er ja quasi auch eine Persona non grata. Der könnte zusammen mit Lawrence Miles einfach mal ein Panel halten und mit dem netten Herrn, dessen Namen ich vergesse, der bei Big Finish den Master neben Hartnells Doktor gespielt hat. Nur ich glaube, damit kriegst du halt nur sehr spezielle Leute in den Panelraum. Ich glaube, viele lassen sich da auch einfach mitreißen und sagen: „Nee, das sind jetzt Personen, die hasst man einfach, weil die böse Dinge getan haben. Die würden wir boykottieren.“ Das ist generell so ein Ding momentan, dass, wenn irgendjemand etwas tut, was dir nicht passt, du dafür sorgst, dass sein Job, seine Arbeit oder so boykottiert wird. Und ich fürchte, dem wird die TimeLash auch ein bisschen aus dem Weg gehen wollen. Wenn wir jetzt sagen: „Wir haben Gareth Roberts da und Lawrence Miles“, ich glaube, dann explodiert Twitter.
Dominik:
Ja, durchaus. Aber auch ganz generell Autoren von Big Finish, Autoren von der Serie, Regisseure. Ich finde es schade, wenn man so sehr auf Schauspieler geht, auch wenn es das Naheliegendste ist, weil es halt am aktivsten vor der Kamera ist. Aber da hat man innerhalb der Erzählstruktur von dem, was dann erzählt wird, auch immer Wiederholungen und immer wieder ähnliche Themen an Geschichten. Anstatt jetzt zum Beispiel Komponisten noch mal ranzuholen.
Raphael:
Ja, aber auch nicht so den Hardcore-Doctor-Who-Komponisten, finde ich. So schön ich die Sachen auch finde, die er macht. Ich hätte mir halt so was wie Dominic Glynn mal gewünscht.
Dominik:
Eben. Genau. Und das war ein wunderbarer Gast.
Raphael:
Und da gibt es ja, oder Mark Ayres steht auch noch im Raum. Ich glaube, das war tatsächlich etwas, was ich im Vorfeld am schadesten fand, dass man gesagt hat: Okay, wir haben viele Schauspieler, aber ich vermisse dann doch zumindest einen Drehbuchautor und einen Regisseur und, wie gesagt, einen weiteren Musiker in dem Fall. Das wäre auch so mein Wunsch. Und ich weiß, du wirst dich da anschließen, wenn ich das sage: Ich habe es auch schon im letzten Livecast zur TimeLash gesagt, wenn ich einen großen Wunsch hätte, wen ich da als Schauspieler sehen möchte, dann ist es Geoffrey Beevers. Punkt.
Dominik:
Oh ja.
Raphael:
Der letzte noch verfügbare Classic-Master, wenn man den TV-Movie ausklammert. Das wäre mir tatsächlich wichtig, weil ich halt nicht glaube, dass man den in zehn Jahren noch kriegt.
Dominik:
Ja. Ich glaube, Geoffrey Beevers habe ich gerade eben in meiner Aufzählung ein bisschen ausgeklammert, weil ich vor Kurzem die deutsche Fassung von The Keeper of Traken gesehen habe und dann noch ein leichtes Trauma habe.
Raphael:
Das wäre tatsächlich ein schönes Feature, wenn du Geoffrey Beevers neben seine Synchronstimme setzt und die zusammen im Interview hast.
Dominik:
Das würde ich nicht wollen, glaube ich. Es sei denn, Geoffrey Beevers ist so schlau und synchronisiert seine Synchronstimme bei den Antworten. Das wäre wieder ganz cool.
Raphael:
Durchaus. Aber Geoffrey Beevers ist tatsächlich mein liebster Master generell. Von daher ist es auch der Charakter in Doctor Who, wo es mir wirklich in den Fingern juckt, ein Cosplay dazu zu machen. Ich habe auch schon gegoogelt, ob man da irgendwie eine gute Latexmaske von dem, ja, sagt man, Verbrennungsopfer hinbekommt.
Dominik:
Geht bestimmt. Zum einen finde ich, ist es ein sehr dankbares Cosplay, weil es optisch toll ist. Und ich bin da auch voll bei dir. Ich kann nicht mal sagen, was mein liebster Master ist, bestimmt irgendwie mit oder neben Roger Delgado. Aber ich finde, das ist halt der gruseligste, der aufs Notwendigste runtergebrochenste, dessen Motivation man am besten nachvollziehen kann, und das finde ich unglaublich gut. Weil der halt nicht irgendwelche verrückten Pläne macht, um Planet XY zu beherrschen, um darüber das Universum zu übernehmen. Das finde ich halt irgendwie ganz, ganz gut.
Raphael:
Aber, wie gesagt, auch da noch einmal, sollte das jetzige TimeLash-Team ohne Pascal das noch mal hören: Geoffrey Beevers, bitte.
Dominik:
Apropos, wäre auch ganz witzig als Stargast, fiel mir gerade ein, tatsächlich der liebe Pascal, der dann auf der Bühne ein bisschen aus dem TimeLash-Nähkästchen plaudert. Jetzt, wo er kein Orga mehr ist, kann man ihn auch als Stargast einladen.
Raphael:
Uh, ich glaube, das wäre noch zu früh. Ich glaube, das kann man irgendwann später mal machen. Man sollte Pascal die Ruhe und den Frieden gönnen, auf der nächsten TimeLash einfach mal als Gast umherzustreifen und ganz gemütlich im Panelraum abzuhängen. Gibt es immer noch die IKEA-Würstchen? Ich habe dieses Jahr überhaupt nicht geguckt, was es zu essen gab.
Dominik:
Ich leider auch nicht.
Raphael:
Möchtest du noch irgendwas loswerden in puncto TimeLash und in puncto Werbung für deutsche Releases, dass du sagst: Von allen Sachen, die wir da oben aufgenommen haben, die schon veröffentlicht sind, schaut euch, wenn ihr nur eins kauft, unbedingt das an oder freut euch auf das? Es ist ja, wie gesagt, doch eine Menge Kram mittlerweile. Und all die fleißigen Leute da draußen, so fleißig ist das Fandom nicht mehr, muss man sagen, bis auf den harten Kern, aber es gibt ja Leute, die sammeln und dokumentieren gerne. Wenn jemand mal in einer Liste aufschreiben möchte, was an exklusiv deutschen Extras auf den deutschen Releases ist, das wäre sehr gut. Da würden sich, glaube ich, sehr viele Leute drüber freuen.
Dominik:
Ja, durchaus. Vor allem haben wir ja auch einige kleine Easter Eggs und so weiter verstreut. Deswegen wäre das durchaus interessant.
Raphael:
Aber gibt es irgendwas, wo du sagst: Wenn ihr nächsten Monat euer Nikolausgeld ausgebt, dann gebt es dafür aus, weil da wirklich was Cooles drauf ist?
Dominik:
Na, die beiden Blu-rays, also Castrovalva und Erdstoß, da sind die beiden „Erinnerungen“ drauf. Ansonsten halt Feuerplanet, die DVD vom Feuerplanet. Das ist quasi das Trio, wo ich sagen würde: Das wäre das Go-to. Worauf sich die Fans von exklusiven deutschen Bonusfeatures auch freuen könnten, wäre, wenn ich mal so einen kleinen Blick in die Pandastorm-Kristallkugel werfen darf …
Raphael:
In die pandaförmige Kristallkugel. Das Schlimme ist, das möchte ich ganz kurz sagen, du bist ja auch mitverantwortlich für die TARDIS Information System Videos. Und als du gerade sagtest: „Wenn ich in die Kristallkugel von Pandastorm gucken dürfte“, sah ich tatsächlich Daves gezeichneten Panda mit einer Kristallkugel in der Hand. So sehr hat sich das zumindest bei mir mittlerweile, in Anführungszeichen, festgefressen, wie sehr das optisch irgendwie dargestellt ist. Gerade dieser Pandastorm-Panda.
Dominik:
Ja, der ist eine Ikone. Das ist großartig. Und da springe ich tatsächlich noch mal zurück. Du hast ja vorhin gefragt, welche Panels mir besonders im Gedächtnis geblieben sind. Mir ist tatsächlich auch das im Gedächtnis geblieben, was zwischen den Guest Stars und der Closing Ceremony war. Da gab es einen kleinen 15-Minuten-Gap, und da ist Dennis mit einem Video, das wir anlässlich des 30-jährigen Jubiläums in der Reihe TARDIS Information System produziert haben, reingegrätscht. Das war auch ein uriges Gefühl, weil ich tatsächlich im Publikum saß. Dieses Video zu sehen, das war genial. Für den, der sagt: „Oh, TARDIS Information System Video zum 30. Jubiläum klingt interessant, klingt spannend“, das wird auf Logopolis, meine ich, veröffentlicht werden. Von daher kann, wer sagt: „Oh Gott, das habe ich jetzt verpasst“, da noch mal groß zuschlagen und so ein bisschen die 30 Jahre Legacy des Doktors in Deutschland genießen. Ansonsten, Pandastorm-Kristallkugel: Es ist aktuell, es liegt bei mir noch auf dem Schnitttisch, aber es ist komplett abgedreht, eine große, und damit meine ich wirklich sehr große, dreiteilige Reportage à 40 Minuten zum Thema: Wie entsteht eigentlich die deutsche Doctor-Who-Synchro in der Pipeline? Es ist ein riesengroßes Projekt, wo man wirklich von Episode zu Episode springt und da quasi je nach Episode verschiedene Produktionsschritte abläuft, vom Lizenzkauf bis hin zum Synchronstudio selbst. Welche Workflows braucht man da bis zum physischen, haptischen Produkt? Da kann ich dann auch noch mal mit dem erhobenen Finger sagen: „Leute, Leute, guckt euch die Booklets an, guckt euch in den Releases die Auflistung an, was da an genialen Dingen aufgelistet ist.“ Das ist halt wirklich ein riesengroßer Koloss.
Raphael:
Ich bin sehr gespannt, tatsächlich. Da freue ich mich auch drauf, seit ich weiß, dass ihr da wart, um an diversen Drehorten zu drehen.
Dominik:
Ja, und ich fiebere dem auch sehr entgegen.
Raphael:
Das werden wir natürlich noch mal gesondert, wenn bekannt ist, wann die Releases erscheinen, auf die das dann draufkommt, im Cast erwähnen und breittreten. Das ist, glaube ich, auch in der heutigen Zeit sehr, sehr ungewöhnlich. Bei Interviews und so kann man immer sagen: Ja gut, kriegt man auch im Englischen oder so. Aber damals, in der Zeit, als Dinosaurier die Welt bevölkerten und DVDs noch relativ neu waren, war es relativ häufig Usus, dass die deutschen Verlage bei entsprechenden englischen oder amerikanischen DVDs eigenes Bonusmaterial beisteuerten. Das ist in den letzten gefühlt zehn, 15 Jahren komplett verschwunden. Das gibt es ja gar nicht mehr. Ich weiß nicht, ob es ein lizenzrechtliches Problem ist oder ob man sich die Mühe nicht mehr macht. Aber ich denke mit Freude unter anderem an die deutsche DVD zu Saving Grace, also Grasgeflüster, und an die deutsche Version von Men in Black, um da noch mal den Kreis zu Doctor Who zu schließen. Bei der deutschen Version von Men in Black gibt es ein kleines Extra, in dem unter anderem Kai Taschner mitspielt, das extra dafür gedreht wurde. Insofern finde ich es doppelt faszinierend, dass wir nicht nur deutsche Releases hier haben, sondern dass man da auch quasi eine alte Tradition wieder aufgreift und eigenes Bonusmaterial produziert. Und ich weiß ja auch ungefähr, was ihr da oben macht, in einer Qualität, die dem Originalteam, sprich der BBC, in nichts nachsteht. Da braucht man sich, glaube ich, mittlerweile auch nichts vorzumachen. Die Interviews sind bei Weitem nicht schlechter als das, was die BBC aktuell und in den letzten Jahren irgendwie zusammengesucht hat.
Dominik:
Na ja, wir geben uns auf jeden Fall Mühe. Wir haben natürlich nicht das große Equipment wie eine BBC. Die Leute, unter anderem ich, die spät abends vor dem Hotel rumgelungert und auf die Ankunft von Davison und Co. gewartet haben, um dann übermüdet zu jubeln, haben ja gesehen, was da irgendwie an Geschützen aufgefahren wird und so weiter. Wobei das auch immer, auf der Kehrseite, um mein Argument selbst zu entkräftigen, ein Trugschluss ist, weil große Kameras inzwischen nicht immer bessere Qualität bedeuten. Oft bauen viele Filmemacher ihre Kameras künstlich groß mit Teilen, die sie eigentlich gar nicht brauchen, nur um mehr Eindruck zu schinden, obwohl der kleinere Body eigentlich auch eine gute Qualität leistet. Aber letzten Endes geben wir uns viel Mühe, um einen guten Bonus zu produzieren, der Spaß macht zu schauen, der ein Mehrwert für das deutsche Produkt ist und auch den Neulingen, die sagen: „Oh, ich bin gerade nicht so tief in der Materie Doctor Who drin und entdecke gerade die Classics für mich“, ein bisschen was an die Hand gibt und sagt: „Hey, daran kannst du dich orientieren, das ist die Narrative, das ist so ein bisschen Background.“ Im Fall von den TARDIS Information System Videos ist das, wie gesagt: David Schuster fertigt tolle Zeichnungen an, du schreibst tolle Texte und sprichst sie wunderbar ein, und vom 3D-Rendering der TARDIS will ich gar nicht erst anfangen. Das sind wirklich fantastische Skills, die in dieser Liebe zum Fandom, zur Serie irgendwie zusammenkommen, und das ist auch das, was die Bonusfeatures antreibt.
Raphael:
Das sind tatsächlich schöne Schlussworte und vor allem ein schönes Resümee, was die Releases angeht, die ich auch noch mal allen Leuten ans Herz legen möchte, weil es wirklich tolle Sachen sind. Insofern bedanke ich mich ganz herzlich bei dir für den schönen Cast und für die Informationen.
