Interview mit Scarlet Lubowski Cavadenti in Textform
In der am 13. Juni 2021 veröffentlichten Folge 65 von Miauz Genau! ist Scarlet Lubowski Cavadenti zu Gast, Pokémon-Fans vor allem als langjährige deutsche Stimme von Jessie aus Team Rocket bekannt. Im Interview-Special „Jetzt gibt es Ärger!“ spricht Dominik mit ihr über ihre langjährige Arbeit als Synchronschauspielerin, ihre Erfahrungen mit der Figur Jessie und ihre weiteren Verbindungen zu Pokémon. Außerdem erzählt Scarlet, wie sie auch von Italien aus weiterhin für die deutsche Synchronfassung des Pokémon-Animes vor dem Mikrofon steht.
Auf dieser Seite findest du das Gespräch als redaktionell aufbereitetes Transkript zum Nachlesen. Die Podcast-Episode bleibt die vollständige Originalfassung, diese Textversion dient als ergänzende Möglichkeit, das Interview in Ruhe zu lesen, bestimmte Stellen wiederzufinden oder einzelne Aussagen leichter nachzuschlagen.
Da das Interview in Textform eine beachtliche Länge hat, ist es hier in ein Akkordeon-Element eingeklappt.
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Dominik:
Ich habe mir notiert, dass du seit ungefähr 46 Jahren im Synchronbereich tätig bist. Stimmt diese Zahl?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ich glaube, es ist sogar noch etwas länger. Ich habe mit sieben Jahren angefangen, sobald ich lesen konnte. Mein Vater produzierte Hörspiele, und dort habe ich meine ersten Rollen gesprochen. Ich wurde mit sieben eingeschult, weil ich im März geboren bin. Inzwischen sind es also fast 50 Jahre.
Dominik:
Wie begann deine berufliche Laufbahn als Kind im Hörspiel- und Synchronbereich?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ich habe mit Hörspielen angefangen. Deutschland hat eine sehr große Hörspielkultur, und mein Vater hat verschiedene Hörspiele geschrieben und produziert. Mein Bruder und ich haben beide bei diesen Hörspielen angefangen. Dabei arbeiteten wir mit unterschiedlichen Schauspielern zusammen, die uns hörten und später weiterempfahlen.
Als beispielsweise eine Sprecherin für die Biene Maja gesucht wurde, wurde ich empfohlen. Das entwickelte sich Schritt für Schritt. Durch die Zusammenarbeit mit älteren Schauspielern wurde ich in der Branche bekannter und bekam weitere Rollen.
Damals gab es noch keine spezialisierten Agenturen für Synchronsprecher. Vieles lief über persönliche Empfehlungen. Jemand sagte zu einem Regisseur oder Aufnahmeleiter: „Die ist gut, probiert sie doch einmal aus.“ So kamen nach und nach immer mehr Rollen hinzu.
Dominik:
Eine deiner bekanntesten frühen Rollen war die Biene Maja. Wie blickst du heute auf diese Produktion zurück?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Sehr viele Menschen, die ich heute kennenlerne, sind mit meiner Stimme und mit der Biene Maja aufgewachsen. Die Serie war ein Riesenerfolg. Sie gehörte zu den ersten Serien, die damals wirklich sehr gut ankamen.
Es waren zweimal 52 Folgen, also insgesamt 104. Für die damalige Zeit war das wahnsinnig viel. Heute ist eine solche Anzahl natürlich nichts Ungewöhnliches mehr.
Mir hat die Arbeit schon damals großen Spaß gemacht. Für mich war es wie ein Spiel. Ich konnte meine Stimme verstellen und so tun, als wäre ich jemand anderes. Es ist natürlich schön, dass die Serie bis heute gut ankommt. Es wäre doch unsinnig, wenn ich sagen würde, dass ich damit nichts mehr zu tun haben möchte. Ganz im Gegenteil.
Dominik:
Wie wirkte das Synchrongeschäft damals auf dich als Kind? War das eine besondere Situation oder bereits ein Stück Alltag?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Für mich war das in Anführungszeichen normal. Jedes Kind wächst mit den Berufen seiner Eltern auf. Wenn der Vater Feuerwehrmann oder Polizist ist, hört man seine Erzählungen und erlebt diesen Beruf auf eine bestimmte Weise mit.
Mein Vater war Regisseur, meine Mutter Schauspielerin. Für meinen Bruder und mich war es deshalb normal, dass unser Vater ins Studio ging und dort Hörspiele aufnahm. Dadurch fühlte es sich für mich nicht außergewöhnlich an.
Ich wollte es selbst machen, weil es mir gefiel. Dieses So-tun-als-ob, nur mit der Sprache und der Stimme, fand ich immer sehr schön. Ich liebte auch die Hörspiele meines Vaters. Mir machte diese Arbeit von Anfang an Spaß.
Es ist wahrscheinlich ein Unterschied, ob man in einer solchen Familie aufwächst oder ob man als Kind zu seinen Eltern sagt: „Mama, Papa, ich möchte das gern ausprobieren“, obwohl die Eltern aus einer völlig anderen Branche kommen. Das sind unterschiedliche Voraussetzungen. Ich kenne allerdings nur meine eigene Perspektive.
Dominik:
Wurde dein weiterer beruflicher Weg stark durch dein Elternhaus gelenkt?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ich habe bei meinem Vater angefangen, aber danach entwickelte sich alles unabhängig weiter. Meine Eltern brachten mich nicht gezielt zu anderen Produktionen. Andere Schauspieler und Regisseure, die beispielsweise bei meinem Vater gearbeitet hatten, empfahlen mich weiter.
Wenn man einige Rollen gesprochen hat, wird man bei den Aufnahmeleitern und Regisseuren bekannt. Dann kommen nach und nach weitere Anfragen.
Dominik:
Dein jüngerer Bruder begann ebenfalls sehr früh in der Branche. Wie haben sich eure unterschiedlichen Laufbahnen entwickelt?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ich liebe meinen Bruder. Er hat genauso angefangen wie ich. Als er noch nicht lesen konnte, hat meine Mutter ihm den Text teilweise vorgesagt. Das geschah alles in der Zeit, in der mein Vater diese Hörspiele produzierte. Mein Bruder ist viereinhalb Jahre jünger als ich.
Wir wurden nie zu dieser Arbeit gezwungen. Leider gibt es auch Kinder, bei denen das geschieht. Für uns war es etwas Natürliches, das uns Spaß machte.
Später schlug mein Bruder eine andere Richtung ein. Ich entschied mich nach der Schule für ein Studium im Ausland. Dadurch entwickelte sich mein Leben anders.
Ich finde großartig, was mein Bruder macht, und liebe seine Arbeiten. „Lucifer“ sehe ich mir hier beispielsweise nicht auf Italienisch, sondern auf Deutsch an, weil mir die deutsche Fassung besser gefällt. Dabei bin ich verwandtschaftlich natürlich etwas vorbelastet.
Dominik:
Dein Bruder blieb stärker im klassischen Film- und Fernsehschauspiel, während du vor allem im Hörspiel- und Synchronbereich weitergearbeitet hast. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Nach dem Abitur beschloss ich, in Italien zu studieren. Ich entschied mich für ein Sprachstudium.
Außerdem wollte ich irgendwann Mutter werden. Wenn man Kinder hat, kann es sehr schwierig sein, regelmäßig zu drehen. Das muss ausgesprochen gut organisiert werden. Ich entschied mich deshalb eher dagegen.
Synchronarbeiten konnte ich wesentlich besser mit meinem Familienleben vereinbaren. Ich konnte vieles entsprechend organisieren und teilweise von zu Hause aus arbeiten. Auch mit meinen Kindern war das kein Problem. Bei Film- oder Fernsehdrehs wäre es schwieriger gewesen.
Dominik:
Wie kam es zu deiner Entscheidung, nach Italien zu gehen?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ich lebe in Perugia. Bereits während meiner Schulzeit hatte ich beschlossen, ins Ausland zu gehen. Als ich mein Abitur schrieb, war schon alles gebucht.
Zunächst besuchte ich ein Jahr lang eine Sprachschule. Ich sprach bereits Italienisch, legte anschließend die Aufnahmeprüfung für eine italienische Universität ab und wurde dort angenommen. So entwickelte sich das.
Dominik:
Sprache und Kommunikation ziehen sich durch dein gesamtes Leben. Welche Bedeutung haben Sprachen für dich?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ich liebe Sprachen und spreche vier. Das Medium Sprache ist sehr wichtig. Die Art, wie man sich ausdrückt, kann einen sehr weit bringen.
Wenn man in einem anderen Land lebt, kann man dieses Land nur wirklich verstehen, wenn man seine Sprache kennt. Es gibt außerdem unterschiedliche Sprachebenen. Dieses gesamte Thema finde ich sehr interessant und wichtig.
Das hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass ich durch die Synchronarbeit ständig mit Sprache zu tun habe. Synchronisieren ist ebenfalls eine gute Sprachschule. Wir hörten bei der Arbeit meistens englische Filme und entwickelten dadurch ein zusätzliches Gefühl für Sprache.
Dominik:
Beim Synchronschauspiel muss man sich mit einer Figur verbinden und in ihre Rolle eintauchen. Was ist für dich das Besondere daran?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Das hat mich schon immer fasziniert. Als Kind macht man vieles davon automatisch. Manche Kinder können sich sehr gut in eine Rolle hineinversetzen und besitzen ein Gefühl dafür. Andere können das nicht so leicht. Dabei spielt Begabung eine Rolle.
Mit den Jahren habe ich immer stärker wahrgenommen, dass man einen Menschen auch anhand seiner Sprache und Stimme charakterisieren kann. Schüchterne Menschen sprechen vielleicht etwas leiser, weil sie sich nicht so sehr exponieren möchten. Andere stehen ganz anders im Leben und haben deshalb eine andere Stimmlage.
Ich finde es spannend, solche Eigenschaften in einer Rolle ausdrücken zu können. Dabei studiert man den Charakter, die Körperhaltung und die gesamte Geschichte. Als Kind machte ich das intuitiv. Als Erwachsene nehme ich diese Zusammenhänge bewusster wahr.
Dominik:
Unterscheidet sich deine Herangehensweise, wenn du einen realen Schauspieler synchronisierst, von der Arbeit an einer gezeichneten oder animierten Figur?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Zeichentrick ist meistens sehr überzogen. Wenn ich beispielsweise Jessie spreche, reicht das von himmelhoch jauchzend bis zur tiefsten Depression. Sie wird wütend, schreit und durchläuft alle möglichen Extreme.
Bei einer realen Figur ist das anders. Ich liebe beide Formen, aber es sind unterschiedliche Arbeitsweisen. Beim Zeichentrick spielen auch die Mundbewegungen und die vielen Laute eine andere Rolle. Zeichentrick lebt von anderen Dingen als eine Realproduktion.
Bei einem Schauspieler kann ich mich an seinem Körper orientieren. Ich sehe seine Haltung und erkenne, wie er in diesem Augenblick reagiert und was er fühlt. Bei einer Zeichentrickfigur muss man den Charakter und die Geschichte kennen und sich entsprechend darauf einstellen.
Dominik:
Gab es vor Pokémon eine Rolle oder Produktion, an die du besonders gern zurückdenkst?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ganz besonders geliebt habe ich die Aufnahmen für „Xena“. Ich arbeitete dort mit Susanne von Medvey zusammen. Wir sind befreundet, und damals standen wir noch gemeinsam am Mikrofon. Das war für uns wunderschön.
Mir gefiel auch meine Rolle sehr gut. Die Serie und die gemeinsame Arbeit haben großen Spaß gemacht.
Dominik:
1999 trat Jessie in der zweiten Episode des Pokémon-Animes erstmals auf. Wie verlief damals das Casting?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ich wurde angefragt. Die Synchronfirma kannte ich bereits seit vielen Jahren. Man bewarb sich dort nicht selbst, sondern wurde zu einem normalen Casting eingeladen.
Die endgültige Entscheidung traf nicht die Synchronfirma allein, sondern die zuständige Redaktion. Ich absolvierte das Casting, bekam die Rolle, und dann ging es los.
Die Serie lief immer weiter, worüber wir natürlich sehr glücklich sind. Inzwischen sind verschiedene Generationen mit Pokémon und Team Rocket aufgewachsen.
Zu Beginn nahmen wir die Szenen von Team Rocket noch gemeinsam auf. Im Laufe der Zeit veränderte sich die Technik. Heute wird alles am Computer bearbeitet, und die Abläufe wurden stark beschleunigt. Deshalb spricht meistens jeder allein im Studio.
Einerseits ist das schade, weil der direkte Kontakt zu den Spielpartnern fehlt. Man muss sich vorstellen, wie sie einen Satz gesprochen und gespielt haben. Das funktioniert natürlich, aber früher war es schöner, gemeinsam mit Matthias Klie und Gerhard Acktun vor dem Mikrofon zu stehen.
Dominik:
Hat sich aus der langjährigen Zusammenarbeit innerhalb von Team Rocket auch eine Freundschaft entwickelt?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Natürlich. Wir kennen uns schon ewig und kannten uns teilweise bereits vorher. Wenn man in dieser Branche aufwächst, sieht man sich immer wieder. Durch die langjährige gemeinsame Arbeit entsteht selbstverständlich auch eine Freundschaft.
Dominik:
Wurden die Szenen damals auch mit den Sprecherinnen und Sprechern der anderen Hauptfiguren gemeinsam aufgenommen?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Wir nahmen immer die jeweiligen Szenen auf. Im Studio wird normalerweise nicht chronologisch gearbeitet. Man sieht, welche Figuren miteinander sprechen, und nimmt dann ihre gemeinsamen Szenen auf.
Wenn Jessie mit anderen Figuren sprach, arbeitete ich entsprechend mit deren Sprechern zusammen. Unsere Team-Rocket-Szenen nahmen wir meistens gemeinsam auf. Das war besonders praktisch, weil wir viele Sätze gleichzeitig sagen.
Bei „Das war mal wieder ein Schuss in den Ofen“ müssen wir beispielsweise exakt denselben Rhythmus treffen. Heute ist immer derjenige glücklich, der den Satz zuerst aufnehmen darf. Diese Person gibt den Rhythmus vor, und die beiden anderen müssen sich anschließend daran orientieren.
Dominik:
Es gibt also keine festgelegte Hierarchie, wer bei solchen gemeinsamen Sätzen den Rhythmus vorgibt?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Das hängt davon ab, wer zuerst im Studio ist. Wenn man als Zweiter oder Dritter kommt, wird einem die bereits aufgenommene deutsche Fassung vorgespielt. Dann muss man sich diesem Rhythmus anpassen.
Für diese Arbeit braucht man ein gutes Rhythmusgefühl. Jede Sprache hat ihren eigenen Rhythmus. Bei einem Satz, den mehrere Figuren exakt gleichzeitig sprechen, ist das besonders wichtig.
Dominik:
Wie wirkte Jessie auf dich, als du dich zum ersten Mal mit dieser Rolle beschäftigt hast?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Die Rolle macht großen Spaß, weil Jessie nicht immer gleich ist. In einem Augenblick ist sie völlig wahnsinnig, dann total wütend oder niedergeschlagen. Sie besitzt sehr viele unterschiedliche Facetten.
Dadurch kann ich verschiedene Dinge spielen. Sie ist fast ein bisschen bipolar. Mit ihr wird es nie langweilig, weil immer wieder etwas anderes geschieht. Das mag ich sehr.
Dominik:
Wie viel von dir selbst steckt in Jessie?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ich halte mich natürlich an die Figur, kann aber trotzdem vieles einbringen. Ich bin selbst kein besonders ruhiger Mensch und brauche immer etwas Action in meinem Leben. Deshalb gefällt mir Jessie.
Ich mag es, dass sie ständig etwas anderes macht und mir so viele unterschiedliche Spielmöglichkeiten bietet. Ich bin selbst lebhaft und muss immer etwas zu tun haben. In dieser Hinsicht passt sie gut zu mir.
Dominik:
Wie stark werden diese Charakterzüge durch die Regie vorgegeben, und wie viel kannst du selbst anbieten?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Die grundlegenden Eigenschaften haben wir bereits vor mehr als 20 Jahren festgelegt. Jessie ist ein ziemlich ausgeflippter Typ.
Bei der Aufnahme sehen wir zunächst einen Take und schauen, was die Figur macht. Dann biete ich eine Interpretation an. Der Regisseur kann sagen: „Das ist gut, so machen wir es.“ Er kann mich aber auch bitten, etwas anderes auszuprobieren. Es ist eine Zusammenarbeit zwischen Regie und Schauspieler.
Inzwischen ist die Figur natürlich längst etabliert. Ihre Charakterzüge stehen fest und werden entsprechend fortgeführt. Am Anfang war es eher ein Einspielen oder Einfahren. Ich bot etwas an, und dann wurde es angenommen oder gemeinsam weiterentwickelt.
Dominik:
Gibt es Sprüche oder Eigenschaften von Jessie, die du bewusst oder unbewusst in deinen Alltag übernommen hast?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Nein, eigentlich nicht. Freunde meiner Kinder bitten mich allerdings immer wieder, den Team-Rocket-Spruch aufzusagen, selbst wenn sie kein Deutsch können. Das mache ich natürlich gern. Ansonsten habe ich nichts davon in meinen Alltag übernommen.
Dominik:
Der Start des Pokémon-Animes war ein internationaler Meilenstein. Die damalige Pokémania verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Wie hast du diesen Erfolg erlebt?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Wir waren von diesem riesigen Erfolg überrascht und fanden ihn natürlich großartig. Jeder, der einen Job macht, möchte, dass die eigene Arbeit gut ankommt. Der Erfolg war für uns eine Bestätigung und eine Belohnung.
Später erlebte ich Pokémon noch einmal anders, als meine Kinder größer wurden. Wir hatten alle möglichen Pokémon-Karten, Figuren und Plüschtiere. Meine Kinder besaßen eigentlich alles, was es zu Pokémon gab.
Das Witzige ist, dass meine Kinder mit mir als ihrer Mutter aufgewachsen sind. Wir besuchen immer wieder Lucca Comics, eine große Veranstaltung für Comics und Cosplay. Dort sahen sie einmal die italienische Sprecherin von Jessie und fanden sie großartig.
Ich sagte: „Leute, ihr habt Jessie doch zu Hause. Ich bin auch Jessie.“ Darauf antworteten sie: „Ja, aber du bist unsere Mama.“
Dominik:
Wurdest du in Deutschland von Kindern oder Pokémon-Fans an deiner Stimme erkannt?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Nein, denn Jessie hat eine völlig andere Stimmlage als meine normale Sprechstimme. Bei einer Realrolle könnte man mich vielleicht erkennen, aber bei Jessie ist das sehr schwierig.
Dominik:
Gab es außerhalb der Synchronarbeit und der Begeisterung deiner Kinder weitere Berührungspunkte mit Pokémon?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Eigentlich nicht. Es gibt gelegentlich Interviews, aber ansonsten hatte ich keine weiteren Berührungspunkte.
Ich sehe allerdings einen Unterschied zwischen Deutschland und Italien. In Italien werden solche Themen häufig wesentlich größer aufgezogen. Es gibt große Franchise-Veranstaltungen, Partys und Events. In Deutschland wird meiner Wahrnehmung nach weniger davon gemacht.
Für „Xena“ hatte ich einmal ein Fantreffen, was sehr interessant war. Für Pokémon gab es etwas Vergleichbares bei mir nicht.
Dominik:
Warum ist die Fan- und Veranstaltungskultur in Italien stärker ausgeprägt?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Das ist wahrscheinlich eine Frage der Mentalität. In Italien werden solche Veranstaltungen generell sehr groß aufgezogen.
Lucca Comics ist beispielsweise riesig. Das Festival dauert ungefähr eine Woche, und die gesamte historische Innenstadt wird dafür genutzt. Überall sind Cosplayer, Pavillons und Veranstaltungen. Das lässt sich nur schwer mit deutschen Formaten vergleichen.
Dominik:
Gibt es bei der Synchronisation der regulären Anime-Episoden, der Specials und der Kinofilme unterschiedliche Herangehensweisen?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Nein. Man weiß, dass man gerade einen Film aufnimmt, weil es entsprechend angekündigt wird. Ansonsten gibt es für uns keinen Unterschied.
Wir versuchen immer, die bestmögliche Arbeit abzuliefern. Die Filme werden in denselben Studios und mit denselben Regisseuren und Aufnahmeleitern produziert. Ein Film wird lediglich als eigenes Projekt aufgenommen und abgegeben.
Dominik:
Pokémon feierte zum Zeitpunkt dieses Interviews sein 25. Jubiläum. Werdet ihr über solche Ereignisse oder über Auftritte eurer Figuren in Videospielen informiert?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Nein, darüber weiß ich normalerweise nichts. Würde eine besondere Veranstaltung mit uns geplant, müssten wir natürlich informiert werden. Von Videospielen oder anderen Bereichen erfahre ich aber nichts.
Wahrscheinlich sind das unterschiedliche Arbeitsbereiche, Studios und Produktionsstränge. Auch über Jubiläen werde ich nicht automatisch informiert.
Dominik:
Welche emotionale Verbindung hast du nach all den Jahren zu Jessie?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ich liebe es, sie zu sprechen, und finde die Rolle sehr witzig. Nach so vielen Jahren möchte man natürlich weitermachen.
Irgendwann werden Jessie und Pokémon wahrscheinlich enden. Wir werden die Serie vermutlich nicht sprechen, bis wir 80 sind. Allerdings haben wir am Anfang auch nicht gedacht, dass sie so lange laufen würde. Vielleicht fahren wir irgendwann mit dem Rollator ins Studio und sprechen einfach weiter.
Dominik:
Kam für dich im Laufe der Jahre jemals der Gedanke auf, die Rolle abzugeben oder mit Pokémon aufzuhören?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Nein, überhaupt nicht. Ich habe während dieser ganzen Jahre drei Kinder bekommen. Das war glücklicherweise immer sehr gut mit den Produktionsphasen der Staffeln abgestimmt.
Einmal hatte ich eine Operation an der Schilddrüse und konnte ungefähr zwei Monate lang nicht sprechen. In dieser Zeit musste ich ersetzt werden. Wenn ich nicht sprechen kann, muss die Arbeit natürlich jemand anderes übernehmen. Mir war aber sehr wichtig, danach wieder weiterzumachen, weil ich an der Rolle hänge.
Dominik:
Ihr drei ursprünglichen Team-Rocket-Stimmen seid trotz vieler Umbesetzungen innerhalb der Serie eine Konstante geblieben.
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Es wurden im Laufe der Zeit viele Rollen umbesetzt, aber wir drei sind immer noch dabei. Ich hoffe, dass das auch so bleibt.
Dominik:
Von der berühmten Team-Rocket-Kampfansage gab es unterschiedliche Varianten. Welche gefällt dir am besten?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Eine der späteren Varianten gefiel mir nicht besonders. Die ursprüngliche Fassung mit „Jetzt gibt es Ärger“ mag ich. Sie wurde sehr lange verwendet, dann kam eine andere Version, und inzwischen sind wir wieder bei „Jetzt gibt es Ärger“.
Dominik:
Wird die Kampfansage für jede Folge neu aufgenommen, oder werden ältere Aufnahmen wiederverwendet?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Wir nehmen sie jedes Mal neu auf. Manchmal sind auch die Zeichnungen oder Animationen dieselben, sodass man denken könnte, die Szene sei wiederverwendet worden. Gesprochen wird sie trotzdem jedes Mal neu.
Dominik:
Gibt es einen bestimmten Moment mit Jessie, an den du dich besonders gern erinnerst?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ich habe es immer geliebt, wenn sie als Jesselina auftrat. Dann war sie noch verrückter und völlig überzogen. In solchen Szenen kann man sich als Schauspielerin richtig ausleben. Das hat mir immer sehr gut gefallen.
Dominik:
Team Rocket hatte im Laufe der Serie mit sehr vielen unterschiedlichen Pokémon zu tun. Ist dir eines besonders im Gedächtnis geblieben?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ehrlich gesagt kenne ich die meisten nicht besonders gut. Es sind so viele Pokémon mit so vielen unterschiedlichen Namen. Manchmal fragt man sich wirklich, wie ein Name ausgesprochen werden soll.
Woingenau kenne ich natürlich. Ganz am Anfang hatten wir seinen Namen einmal falsch ausgesprochen und mussten deshalb alles noch einmal aufnehmen. Solche Dinge bleiben einem im Gedächtnis.
Dominik:
Unterscheidet sich Pokémon als Synchronprojekt in seinen Abläufen von anderen Produktionen?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Eigentlich überhaupt nicht. Wenn ich in München wäre, könnte ich morgens in einem Studio eine Bollywood-Produktion sprechen, danach einen Krimi und anschließend Pokémon.
Es ist ein Job. Pokémon ist natürlich ein Job, der mich schon sehr lange begleitet. Ich freue mich darüber, dass er so gut ankommt und dass ich ihn weiterhin machen darf.
Der Ablauf ist aber derselbe. Man kommt ins Studio, nimmt seine Szenen auf und arbeitet mit der Regie am Charakter. Das Projekt wechselt, die grundlegende Arbeit bleibt gleich.
Dominik:
Bei Pokémon haben sich also hauptsächlich die Dinge verändert, die sich im gesamten Synchrongeschäft gewandelt haben?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ja. Irgendwann gab es den großen Wechsel zu einer zeiteffizienteren Arbeitsweise. Seitdem spricht jeder nur noch seine eigenen Takes und steht allein im Studio, selbst wenn die Figuren in einer Szene miteinander sprechen.
Diese Umstellung liegt inzwischen wahrscheinlich ungefähr 20 Jahre zurück. Seitdem hat sich nicht mehr besonders viel verändert.
Die Arbeitsgeschwindigkeit hat vermutlich ihren Höhepunkt erreicht. Diese Geschwindigkeit ist nur möglich, wenn alle Beteiligten sehr professionell arbeiten und genau wissen, was sie tun. Zeit ist natürlich Geld.
Man muss allerdings aufpassen, dass die Geschwindigkeit nicht irgendwann die Qualität beeinflusst. Bei Pokémon sehe ich diese Gefahr nicht, aber bei anderen Projekten und Firmen kann das durchaus geschehen.
Dominik:
Du kennst durch dein Leben in Italien sowohl die deutsche als auch die italienische Synchronlandschaft. Wie ordnest du die deutsche Synchronisation im internationalen Vergleich ein?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Die deutsche Synchronisation ist absolut erstklassig. Deutschland und Italien haben völlig unterschiedliche Arbeitsweisen.
In Deutschland nehmen wir einzelne Takes auf. Das kann nur ein kurzer Atemzug oder Schrei sein, aber auch ein längerer Satz. Man liest den Text, sieht den Take einmal in der Originalfassung und nimmt ihn anschließend auf.
In Italien wird mit Kopfhörern gearbeitet. Dort werden teilweise ganze Szenen aufgenommen. Man hört die Originalstimme über den Kopfhörer und beginnt zu sprechen, wenn die eigene Figur einsetzt. Das ist eine völlig andere Vorgehensweise.
Meiner Meinung nach wird in Deutschland oft natürlicher gearbeitet. Manche Filme oder Serien schaue ich mir nicht gern auf Italienisch an, weil mir bestimmte Figuren zu überzogen gesprochen sind. Das gilt teilweise auch für Realfiguren. Ich achte sehr darauf, dass eine Stimme natürlich klingt.
Jedes Land besitzt natürlich seine Eigenheiten. In Deutschland arbeiten wir sehr präzise und gut, und ich liebe die deutsche Synchronisation.
Leider gibt es inzwischen immer mehr Firmen, die glauben, sie könnten einfach in das Synchrongeschäft einsteigen. Außerdem gibt es viele Menschen, die plötzlich meinen, sie seien Sprecher. Ich habe beispielsweise Produktionen bei Netflix gesehen, deren deutsche Fassung ich wirklich unmöglich fand.
Das mag hart oder überheblich klingen, aber Synchronschauspiel ist ein Beruf. Es geht nicht nur darum, eine schöne Stimme zu haben und einmal etwas einsprechen zu wollen.
Natürlich gibt es talentierte Quereinsteiger. Gleichzeitig gibt es Menschen und Firmen, die professionelle Kollegen preislich unterbieten und anschließend Aufnahmen abliefern, die qualitativ nicht funktionieren. Ich habe einmal eine Dokumentation gesehen, die ich wegen der Sprecherleistung nicht zu Ende schauen konnte.
Auf die Qualität muss geachtet werden. In Italien gibt es dasselbe Problem. Gerade bei kleineren B- oder C-Produktionen wird teilweise weniger sorgfältig gearbeitet. Diese Entwicklung gefällt mir überhaupt nicht.
Dominik:
Solche Produktionen können dazu führen, dass Zuschauer die gesamte deutsche Synchronbranche für schlecht halten.
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Dabei gibt es ganz wunderbare Synchronisationen. Ich höre auch immer wieder die Forderung, Filme dürften grundsätzlich nicht synchronisiert werden. Das halte ich für Unsinn.
Wenn ich einen Film sehe, möchte ich den gesamten Film sehen und mich nicht ständig auf Untertitel konzentrieren. Ein Film lebt auch von seinen Bildern, Einstellungen und vielen visuellen Einzelheiten. Wenn ich immer nur auf die Untertitel schaue, geht ein Teil davon verloren.
Ich spreche mehrere Sprachen, aber weder Chinesisch noch Japanisch. Auch Spanisch könnte ich nur teilweise verstehen. Ohne Synchronisation könnte ich viele Filme nicht sehen, ohne ständig Untertitel lesen zu müssen. Das empfinde ich als einschränkend.
Eine gut gemachte Synchronisation ist deshalb etwas Wunderbares.
Dominik:
Auch der Begriff „Synchronsprecher“ reduziert die Arbeit stark. Eigentlich handelt es sich um Synchronschauspiel.
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Absolut. Natürlich spricht man, aber man muss mit der Sprache einen vollständigen Menschen vermitteln. Man muss hörbar machen, was dieser Mensch in einem bestimmten Moment erlebt und tut.
Dabei steht man vor dem Mikrofon und darf sich kaum bewegen. Trotzdem muss man mit der Stimme alles ausdrücken, was die Figur im Film macht.
Viele Menschen stellen sich diese Arbeit sehr einfach vor. Für mich ist sie durch meinen frühen Einstieg selbstverständlich geworden. Trotzdem handelt es sich um Technik, Professionalität und Präzision. Man geht nicht kurz ins Studio und macht das einfach einmal nebenbei.
Dominik:
Was würdest du Menschen raten, die glauben, eine gute Stimme zu haben, und gern in das Synchrongeschäft einsteigen möchten?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ich würde zu einer Schauspielschule raten. Natürlich kann man versuchen, als Quereinsteiger einzusteigen. Die Branche ist allerdings sehr voll.
Wer glaubt, das notwendige Talent zu besitzen, kann ein Demoband erstellen, es bei Synchronfirmen einreichen und um eine Einschätzung oder eine Gelegenheit zum Ausprobieren bitten. Es gibt durchaus Menschen, die als Quereinsteiger sehr gut sind.
Wer nicht wie ich bereits als Kind angefangen hat, sollte aber nach Möglichkeit eine Schauspielschule besuchen. Das ist das A und O, denn es handelt sich um Schauspiel. Es ist Schauspiel im Stillstehen, aber trotzdem Schauspiel.
Auch die Stimme muss ausgebildet sein. Wenn man einen ganzen Tag im Studio steht und viel schreien muss, hält eine unausgebildete Stimme das möglicherweise nicht durch. Mit einer guten Ausbildung weiß man, wie man die Stimme einsetzt, ohne sie zu beschädigen.
Dazu gehören auch Atemtechnik und viele weitere Grundlagen. Diese Dinge lernt man an einer Schauspielschule.
Dominik:
Wie lief deine Synchronarbeit während der Coronapandemie von Italien aus ab?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Vor der Pandemie fuhr ich ein- oder zweimal im Monat nach München. Für mich war das fast wie Busfahren. Ich teilte den Firmen mit, in welchem Zeitraum ich dort war, und nahm dann meine verschiedenen Projekte auf.
Während der Pandemie fiel das vollständig weg. Perugia war ab Oktober rote Zone, und hier ging zeitweise gar nichts mehr. Wegen meines systemrelevanten Berufs hätte ich zwar reisen dürfen, aber irgendwann sagte auch die Synchronfirma, dass es zu gefährlich sei. Falls ich krank geworden wäre, hätte das zusätzliche Probleme verursacht. Deshalb wurden meine Pokémon-Aufnahmen in Italien organisiert.
Andere Aufträge gingen mir verloren, weil ich nicht nach München reisen konnte. Pokémon konnten wir weiterhin aufnehmen, weil die Synchronfirma international aufgestellt ist und auch Standorte in Rom und Mailand besitzt.
Die dortigen Studios sind genauso eingerichtet wie in München. Die deutsche Regie wurde von zu Hause zugeschaltet, während ich allein im Studio stand. Es galten sehr strenge Regeln. Beim Betreten wurde beispielsweise die Temperatur gemessen.
Zu Beginn der Pandemie wurde ungefähr einen Monat lang überhaupt nicht synchronisiert. Ein solcher Stillstand wirkt sich bereits deutlich auf das Fernsehprogramm aus, weil innerhalb eines Monats sehr viele Produktionen aufgenommen werden.
Für mich war die Situation nicht schön. Wir haben Freunde durch die Krankheit verloren. Ich habe mich trotz aller Vorsicht ebenfalls angesteckt, hatte aber insgesamt Glück.
Dominik:
Konntet ihr bei den Aufnahmen in Italien trotzdem auf zuverlässige technische Abläufe zurückgreifen?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ja. Daniela Arden und ich sind ein eingespieltes Team und bekommen das hin.
Die Technik ist etwas anders. In Deutschland gibt es beispielsweise einen Countdown oder eine visuelle Markierung, an der ich erkennen kann, wann ich einsetzen muss. Diese Hilfen habe ich in Italien nicht in derselben Form. Dort sehe ich die Szene und höre den Originalton über Kopfhörer.
Das kann manchmal schwieriger sein. Wenn mehrere fremdsprachige Stimmen zu hören sind, ist nicht immer sofort erkennbar, wann meine Figur anfängt. Außerdem muss ich teilweise zwischen der deutschen Regie und dem italienischen Tonmeister übersetzen. Trotzdem funktioniert die Zusammenarbeit gut.
Dominik:
Wie blickst du heute auf deine bisherige Laufbahn und dein Lebenswerk zurück?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Ich blicke auf sehr viele Jahre Synchronarbeit zurück und habe nichts bereut.
Manche Menschen sagen, dass jemand, der bereits als Kind gearbeitet hat, keine richtige Kindheit gehabt habe. Ich sehe das anders. Es gab damals viele Kinder im Synchronbereich. Das Synchronstudio war gewissermaßen unser Spielplatz.
Mir hat die Arbeit Spaß gemacht, und ich habe sie weiterverfolgt. Ich bekam trotzdem meine Kinder und stieg anschließend wieder ein. Für mich waren diese Entscheidungen richtig. Andere Menschen hätten sich vielleicht anders entschieden, aber ich bin mit meinem Weg sehr zufrieden.
Sobald die Pandemie vorüber ist, möchte ich wieder regelmäßig zwischen Italien und Deutschland pendeln. Mein jüngster Sohn wird inzwischen bald 16. Meine Kinder sind also groß, und ich kann mich wieder freier bewegen.
Dominik:
Was möchtest du den Pokémon-Fans abschließend mit auf den Weg geben?
Scarlet Lubowski Cavadenti:
Habt weiterhin viel Spaß. Ich hoffe, dass wir noch viele Jahre gemeinsam erleben werden. Nehmt manche Dinge nicht zu ernst und glaubt nicht alles, was irgendwo behauptet wird.
Ich bin immer noch Jessie. Vor Kurzem schrieb mir jemand, dass ich die Rolle nicht mehr sprechen würde. Ich erklärte, dass ich während meiner Operation vorübergehend ersetzt werden musste, weil ich nicht sprechen konnte. Trotzdem bestand die Person darauf, dass ich Jessie nicht mehr spreche.
Doch, ich spreche sie weiterhin.
